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Bei der Familienplanung zehren Blaumeisen
von der Erfahrung
Wenn es um die wichtigsten
Entscheidungen ihres kurzen Lebens geht, greifen selbst Blaumeisen
auf ihre Erfahrungen zurück.
Washington (dpa) - So planen die
Vögel das Eierlegen und Brüten passend zu jenem Zeitpunkt,
zu dem im Jahr zuvor reichlich Futter vorhanden war. Mit dieser
Strategie versuchen sie, das Überleben des Nachwuchses zu
garantieren, berichten Fabrizio Grieco und Kollegen vom Niederländischen
Institut für Ökologie in Heteren im US-Fachjournal «Science»
(Bd. 296, S. 31) vom Freitag.
Das Team um Grieco beobachtete
Blaumeisen (Parus caeruleus), die zwei Jahre hintereinander in
den gleichen Vogelkästen brüteten. Im ersten Jahr fütterten
die Forscher einen Teil der Vögel mit der natürlichen
Kost: Larven, die jedes Jahr im Frühjahr rund zwei Wochen
lang über das junge Grün europäischer Eichen herfallen,
bis die Blätter kräftiger und weniger bekömmlich
werden. Die andere Hälfte der Vögel musste sich selbst
bedienen und in freier Natur nach den Larven suchen.
Die Forscher stellten fest, dass
die zweite Gruppe erst dann mit dem Brüten begann, als die
Zahl der Larven bereits wieder abnahm. Grieco und Kollegen erklären
sich dieses zögernde Verhalten mit der Unsicherheit der Blaumeisen
in Folge mangelnder Erfahrung.
Tatsächlich griffen die Vögel
im darauf folgenden Jahr auf ihre Kenntnis zurück und legten
die Eier so rechtzeitig, dass der Nachwuchs genau zum Höhepunkt
der Raupenzeit ausschlüpfte. Dagegen verpassten jene Blaumeisen
den richtigen Moment, die von den Forschern gefüttert worden
waren.
Das Team um Grieco sieht darin
auch einen Beweis dafür, dass zumindest diese Vögel
in der Lage sind, sich den Veränderungen in der Umwelt anzupassen,
die durch die globale Erwärmung ausgelöst werden.
Da Blaumeisen in der Regel nur
drei bis vier Jahre alt werden, haben sie entsprechend wenig Gelegenheit,
Erfahrungen zu sammeln. Daher dürfte der Lernprozess bei
anderen Vögeln noch eine größere Rolle spielen,
heißt es in dem Artikel.
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