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- 03.04.2002 -


 

GeStört: Ausgesetzte verdrängen heimische Störe

Sibirische und russische Störe haben die einheimischen Störe mittlerweile vollständig verdrängt, teilt das Bundesamt für Naturschutz mit.

(jkm) - Gleichzeitig gefährdeten die unbedachte Freisetzung von Stören aus dem Zierfischhandel und der kommerziellen Störzucht die Bemühungen zur Wiederansiedlung des Baltischen Störs in deutschen Gewässern.

Der Baltische Stör (Acipenser sturio) war früher an allen europäischen Küsten verbreitet. Durch die starke Fischerei verschwanden die meterlangen Tiere aber schon zu Beginn des Jahrhunderts in immer mehr Regionen. Die Verbauung der Flüsse versperrte ihnen außerdem den Zugang zu ihren Laichplätzen, so dass es heute nur noch kleine Störpopulationen vor Spanien und Frankreich und im Schwarzen Meer gibt.

Seit einigen Jahren fördert das Bundesamt für Naturschutz ein Projekt zum Wiederaufbau der Störbestände in Nord- und Ostsee. So will man in Kürze die ersten Tiere in geeigneten Gewässern aussetzen. Diese Maßnahmen stehen aber unter keinem guten Stern, ergaben jetzt Untersuchungen der "Gesellschaft zur Rettung des Störs".

Dabei wurden sämtliche Störfänge in Deutschland registriert, um die letzten verbliebenen Exemplare des Baltischen Störs zu finden. Von 1981 bis 2001 wurden zwar rund 300 Störfänge vermeldet. Seit 1993 findet sich darunter jedoch kein einziger Baltischer Stör mehr.

Im Gegenzug sind die Fangzahlen von sibirischen und russischen Stören seit Beginn der 80er-Jahre steil angestiegen. Nach Ansicht der Experten ist dies auf die kommerzielle Störzucht und auf den Handel mit Stören für die Aquaristik zurückzuführen.

Durch die Einfuhr der nicht-einheimischen Arten könnten nicht nur Parasiten und Krankheitserreger eingeschleppt werden, so das Bundesamt. Auch träten die fremden Arten als Nahrungskonkurrenten für den Baltischen Stör auf, zudem könne es zu Kreuzungen und damit zu einem Verlust von genetischer Vielfalt kommen.

Als Gegenmaßnahme sucht die "Gesellschaft zur Rettung des Störs" den Kontakt zu Organisationen, Verbänden und Ämtern, um die - bewusste oder unbewusste - Freisetzung von nicht-einheimischen Störarten zu vermeiden. Zudem müssten Aquaristik-Händler ihre Kunden beim Kauf eines Störs über die Gefahren einer Aussetzung informieren.

 Mehr Informationen:

Bundesamt für Naturschutz

Gesellschaft zur Rettung des Störs

Über Störe: Das Tierlexikon, Markus Kappeler

vista verde: Neozoen / Invasive Arten

 

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