|
GeStört: Ausgesetzte verdrängen
heimische Störe
Sibirische und russische Störe
haben die einheimischen Störe mittlerweile vollständig
verdrängt, teilt das Bundesamt für Naturschutz mit.
(jkm) - Gleichzeitig gefährdeten
die unbedachte Freisetzung von Stören aus dem Zierfischhandel
und der kommerziellen Störzucht die Bemühungen zur Wiederansiedlung
des Baltischen Störs in deutschen Gewässern.
Der Baltische Stör (Acipenser
sturio) war früher an allen europäischen Küsten
verbreitet. Durch die starke Fischerei verschwanden die meterlangen
Tiere aber schon zu Beginn des Jahrhunderts in immer mehr Regionen.
Die Verbauung der Flüsse versperrte ihnen außerdem
den Zugang zu ihren Laichplätzen, so dass es heute nur noch
kleine Störpopulationen vor Spanien und Frankreich und im
Schwarzen Meer gibt.
Seit einigen Jahren fördert
das Bundesamt für Naturschutz ein Projekt zum Wiederaufbau
der Störbestände in Nord- und Ostsee. So will man in
Kürze die ersten Tiere in geeigneten Gewässern aussetzen.
Diese Maßnahmen stehen aber unter keinem guten Stern, ergaben
jetzt Untersuchungen der "Gesellschaft zur Rettung des Störs".
Dabei wurden sämtliche Störfänge
in Deutschland registriert, um die letzten verbliebenen Exemplare
des Baltischen Störs zu finden. Von 1981 bis 2001 wurden
zwar rund 300 Störfänge vermeldet. Seit 1993 findet
sich darunter jedoch kein einziger Baltischer Stör mehr.
Im Gegenzug sind die Fangzahlen
von sibirischen und russischen Stören seit Beginn der 80er-Jahre
steil angestiegen. Nach Ansicht der Experten ist dies auf die
kommerzielle Störzucht und auf den Handel mit Stören
für die Aquaristik zurückzuführen.
Durch die Einfuhr der nicht-einheimischen
Arten könnten nicht nur Parasiten und Krankheitserreger eingeschleppt
werden, so das Bundesamt. Auch träten die fremden Arten als
Nahrungskonkurrenten für den Baltischen Stör auf, zudem
könne es zu Kreuzungen und damit zu einem Verlust von genetischer
Vielfalt kommen.
Als Gegenmaßnahme sucht
die "Gesellschaft zur Rettung des Störs" den Kontakt
zu Organisationen, Verbänden und Ämtern, um die - bewusste
oder unbewusste - Freisetzung von nicht-einheimischen Störarten
zu vermeiden. Zudem müssten Aquaristik-Händler ihre
Kunden beim Kauf eines Störs über die Gefahren einer
Aussetzung informieren.
|