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Schimpansen: Gelerntes über Generationen
weitergegeben
Schimpansen teilen 98 Prozent
ihrer Gene mit dem Menschen. Seit bekannt ist, dass Schimpansen
sogar neue Verhaltensweisen erfinden und an ihre Nachkommen weitergeben,
bemüht sich eine neue Wissenschaft um die Archäologie
der Schimpansen-Kulturen.
(jkm) - Der griechische Philosoph
Platon (427-347) schrieb als erster über die "Erforschung
der Alten", die seinen Zeitgenossen nutzen könne. Die
menschlichen Einrichtungen seien veränderlich und hätten
eine Geschichte zu erzählen.
Der amerikanische Anthropologe
Julio Mercader von der George-Washington- Universität kann
nun beweisen, dass eine Gruppe von Schimpansen im Taï-Wald
an der westafrikanischen Elfenbeinküste gelerntes Verhalten
über mehrere Generationen hinweg überlieferten.
Seit längerem ist bekannt,
dass die Schimpansen des Taï-Waldes Steine in die Nähe
von großen Baumwurzeln oder Baumstümpfen schleppen,
um Nussschalen mit Hammersteinen zu zerkleinern.
An anderen Orten Afrikas geben
sich Menschenaffen nicht so viel Mühe, um an die kalorienreiche
Nahrung zu gelangen. Offenbar handelt es sich also um gelerntes
Verhalten, das von allen Mitgliedern der Gruppe geteilt wird.
Wie Julio Mercader auf der Jahrestagung
der Paläoanthropologischen Gesellschaft in Denver (Colorado)
berichtete, führte er in der Nähe solcher Baumstümpfe
Grabungen durch. Bis 1996 wuchsen dort die von den Schimpansen
begehrten Panda-Nüsse.
An vier Baumwurzeln entdeckten
die Forscher Schlagspuren von Steinen und große Mengen von
Nussschalen. Im Erdreichen fanden sie zwei weitere Holzstümpfe
mit Einkerbungen.
Insgesamt 479 Steinwerkzeuge,
meist Hammersteine und Steinabschläge, beweisen, dass die
Schimpansen-Werkstatt einige Generationen lang in Gebrauch war.
Die Überlieferung von örtlichen Traditionen ist ein
weiteres Merkmal von Kultur, die bisher nur dem Menschen zugesprochen
wurde.
Der Anthropologe Nicholas Toth
von der Universität von Indiana verglich die Schimpansen-Werkzeuge
mit den ältesten menschlichen Gerätschaften. Bereits
vor 2,6 Millionen Jahren fertigten Menschen Schlagsteine, die
den Steinabschlägen der Schimpansen überlegen sind.
Der Nachteil der Menschenaffen
resultiere aus ihren zu großen Händen, die für
eine geschickte Handhabung des Materials nicht geeignet sind und
zu wenig Kraft punktgenau aufwenden können.
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