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- 03.04.2002 -


 

Schimpansen: Gelerntes über Generationen weitergegeben

Schimpansen teilen 98 Prozent ihrer Gene mit dem Menschen. Seit bekannt ist, dass Schimpansen sogar neue Verhaltensweisen erfinden und an ihre Nachkommen weitergeben, bemüht sich eine neue Wissenschaft um die Archäologie der Schimpansen-Kulturen.

(jkm) - Der griechische Philosoph Platon (427-347) schrieb als erster über die "Erforschung der Alten", die seinen Zeitgenossen nutzen könne. Die menschlichen Einrichtungen seien veränderlich und hätten eine Geschichte zu erzählen.

Der amerikanische Anthropologe Julio Mercader von der George-Washington- Universität kann nun beweisen, dass eine Gruppe von Schimpansen im Taï-Wald an der westafrikanischen Elfenbeinküste gelerntes Verhalten über mehrere Generationen hinweg überlieferten.

Seit längerem ist bekannt, dass die Schimpansen des Taï-Waldes Steine in die Nähe von großen Baumwurzeln oder Baumstümpfen schleppen, um Nussschalen mit Hammersteinen zu zerkleinern.

An anderen Orten Afrikas geben sich Menschenaffen nicht so viel Mühe, um an die kalorienreiche Nahrung zu gelangen. Offenbar handelt es sich also um gelerntes Verhalten, das von allen Mitgliedern der Gruppe geteilt wird.

Wie Julio Mercader auf der Jahrestagung der Paläoanthropologischen Gesellschaft in Denver (Colorado) berichtete, führte er in der Nähe solcher Baumstümpfe Grabungen durch. Bis 1996 wuchsen dort die von den Schimpansen begehrten Panda-Nüsse.

An vier Baumwurzeln entdeckten die Forscher Schlagspuren von Steinen und große Mengen von Nussschalen. Im Erdreichen fanden sie zwei weitere Holzstümpfe mit Einkerbungen.

Insgesamt 479 Steinwerkzeuge, meist Hammersteine und Steinabschläge, beweisen, dass die Schimpansen-Werkstatt einige Generationen lang in Gebrauch war. Die Überlieferung von örtlichen Traditionen ist ein weiteres Merkmal von Kultur, die bisher nur dem Menschen zugesprochen wurde.

Der Anthropologe Nicholas Toth von der Universität von Indiana verglich die Schimpansen-Werkzeuge mit den ältesten menschlichen Gerätschaften. Bereits vor 2,6 Millionen Jahren fertigten Menschen Schlagsteine, die den Steinabschlägen der Schimpansen überlegen sind.

Der Nachteil der Menschenaffen resultiere aus ihren zu großen Händen, die für eine geschickte Handhabung des Materials nicht geeignet sind und zu wenig Kraft punktgenau aufwenden können.


© ArtToday

Schimpansen (Archivbild) teilen 98 Prozent ihrer Gene mit dem Menschen.

 Mehr Informationen:

Science News

The Paleoanthropology Society

primatis.de: Schimpanse

Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology, Department of Primatology

 

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