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Artenschutz: Asymmetrische Vögel
leben gefährlich
Aus Asymmetrien im Knochenbau
lässt sich ablesen, wie sehr eine Vogelpopulation mit menschlichen
und natürlichen Einflüssen zu kämpfen hat - und
ob sie vom Aussterben bedroht ist.
(jkm) - Je stärker sich beispielsweise
die Knochen im linken und rechten Bein eines Tieres unterscheiden,
desto wahrscheinlicher ist es, dass die jeweilige Population auf
lange Sicht vom Aussterben bedroht sein wird. Das haben belgische
Biologen herausgefunden.
"Asymmetrie kann als Frühwarnsystem
für den Artenschutz dienen", sagt Luc Lens von der Universiteit
Antwerpen. Gemeinsam mit seinen Kollegen überprüfte
der Forscher die Vermutung, dass Stressfaktoren in der Wachstums-
und Entwicklungsphase eines Individuums zu einem ungleichmäßigem
Knochenbau führen.
Die Biologen untersuchten dazu
Taita-Drosseln (Turdus helleri), die ausschließlich in den
Taita Hills im Südosten Kenias leben. Das Gebiet ist durch
Landwirtschaft und Holzeinschlag stark fragmentiert, so dass die
rund 1.400 farbenprächtigen Drosseln mittlerweile auf vier
Waldgebiete beschränkt sind.
Lens und seine Kollegen maßen
die Länge der Fußknochen von 260 Tieren aus sehr stark,
mäßig und kaum beeinflussten Gebieten. Zudem bestimmten
sie die Überlebensrate der Vögel an diesen Standorten.
Wie das Team im Fachblatt "Conservation
Biology" berichtet, wiesen Taita-Drosseln aus dem mäßig
beeinflussten Waldgebiet eine 2,5-mal stärkere Asymmetrie
der Fußknochen auf als Artgenossen aus dem kaum gestörten
Bereich.
Bei Drosseln aus dem stark beeinflussten
Gebiet war die Asymmetrie sogar achtmal ausgeprägter. Diese
Tiere wiesen auch eine deutlich geringere Überlebensrate
auf als Vögel aus den übrigen zwei Gebieten.
"Stärkere Störungen
des Lebensraums äußerten sich einem höheren Grad
von Asymmetrie auf der Populationsebene", schreiben die Forscher.
Dieser Effekt sei noch vor einer Abnahme der Überlebensrate
messbar gewesen.
Daher könnte die Untersuchung
des Knochenbaus zu einem wichtigen Instrument des Artenschutzes
werden, glauben Lens und seine Kollegen.
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