|
Qualvoller Tod: Wandernde Kröten
durch Luftdruck unterm Auto zerquetscht
Trotz gut gemeinter ausweichender
Fahrmanöver der Autofahrer kommen viele Kröten beim
Überqueren der Straßen ums Leben.
Hamburg/Braunschweig (dpa) - Durch
den Luftdruck der über sie hinweg fahrenden Autos werden
die Amphibien zerquetscht oder sie platzen, wie das Hamburger
Magazin «Geo» in seiner Aprilausgabe berichtet. Hilfreich
sei nur langsames Fahren in den gekennzeichneten Wandergebieten.
Zwischen Februar und April wandern
Millionen von Kröten und Fröschen in Deutschland zu
ihren Laichplätzen. Neben überfahrenen Tieren fanden
Naturschützer immer wieder viele, deren innere Organe aus
Mund und anderen Körperöffnungen heraushingen, schreibt
Geo.
Die Erklärung liefert Prof.
Dietrich Hummel vom Institut für Strömungsmechanik an
der Technischen Universität Braunschweig: Wenn Autofahrer
mit hoher Geschwindigkeit die auf der Straße hockende Kröte
zwischen die Räder nehmen, kann diese einen qualvollen Tod
durch aerodynamische Effekte sterben, die vor und unter dem Auto
entstehen.
Während der Fahrt baut sich
laut Hummel vor einem normalen PKW ein Überdruck auf. Diese
Druckwelle fegt dann über das Tier hinweg und quetscht es
regelrecht zusammen. Bei tief liegenden Sportwagen entsteht dagegen
kein so starker Überdruck. Allerdings wird hier unter dem
Wagen ein so enormer Unterdruck erzeugt, dass das Tier platzen
kann.
Nicht in jedem Fall sterben Amphibien
durch über sie hinwegrollende Fahrzeuge. Entscheidend sei
hier die Geschwindigkeit. Eine echte Überlebenschance haben
die Tiere also nicht nur bei Slalomfahrten, sondern bei reduziertem
Tempo von 30 Kilometern pro Stunde, berechnete Hummel.
|