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Out of Africa: Der Handel mit Elfenbein
bleibt ein Mammutgeschäft
Ungeachtet der Verbote durch
das Washingtoner Artenschutzabkommen blüht der Handel mit
Elfenbein aus Afrika und Asien.
Von Antje Passenheim, dpa
Nairobi (dpa) - Nur langsam hat
sich Saraa von ihrem Trauma erholt. Dorfbewohner hatten das sechs
Monate alte kenianische Elefantenbaby schreiend in einem Wasserloch
entdeckt. Von seiner Mutter keine Spur. «Vermutlich»,
meint ihr Pfleger «wurde sie von Wilderern getötet.»
Saraa ist nur eines von Dutzenden Dickhäuter- Babys, die
Unterschlupf im Daphne-Sheldrick-Waisenheim im Nationalpark der
kenianischen Metropole Nairobi finden.
Rund 300 Meter entfernt ließ
Präsident Daniel arap Moi 1989 einen Berg beschlagnahmten
Elfenbeins im Wert von 760.000 US-Dollar (862.000 Euro) verbrennen.
Während der kalte Aschefleck dort weiter als Mahnmal gegen
die Elefantenwilderei prangt, geht der Welthandel mit Elfenbein
nach einer neuen Studie der in London ansässigen Organisation
«Rettet die Elefanten» dramatisch weiter.
«Hauptverantwortlich für
diesen Handel sind der gute Erlös, der sich mit Elfenbein
machen lässt, die hohe Armut in den betroffenen Ländern
und die weit verbreitete Korrumpierbarkeit von Militärs und
Regierungsvertretern», erklärte Mitverfasser Esmond
Martin in Nairobi.

©
dpa
Präsident
Daniel arap Moi entzündet das Feuer: Zum Schutz der
Elefanten setzten Kenias Behörden auf eine ungewöhnliche
Aktion. Zwölf Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein wurden
1989 in einem Nationalpark bei Nairobi verbrannt.
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Während der Kilopreis für
Stoßzähne in Asien bei 250 US- Dollar liege, betrage
er in Afrika ein Fünftel. Die Nachfrage nach afrikanischen
Stoßzähnen sei entsprechend hoch. Der größte
Anteil des Elfenbeins «out of Africa» gehe nach China,
Thailand, Vietnam und andere asiatische Länder. «Keine
dieser Regierungen hat offenbar Kontrolle über den Elfenbeinmarkt»,
meint Martin. «Häufig sind Diplomaten in die Geschäfte
verwickelt.»
Dabei ist der Handel mit Elfenbein
seit 1990 nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) verboten.
Auf der Cites-Konferenz 1997 in Harare (Simbabwe) hatten Namibia,
Botswana und Simbabwe die Genehmigung für einen so genannten
kontrollierten Handel erwirkt. Der eingeschränkte Schutz
war im Jahr 2000 von den Cites-Delegierten noch einmal bestätigt
worden. Im November dieses Jahres steht die erneute Cites-Abstimmung
an.
«Solange es einen Markt
für Elfenbein gibt, wird dies auch Wilderei und illegalen
Handel fördern», erklärte kürzlich auch der
südafrikanische Direktor des Internationalen Tierschutzfonds,
Jason Bell in Kapstadt. Erst im Januar war der Polizei in Tansania
der seit Jahren größte illegale Elfenbeinfang ins Ermittlungsnetz
gegangen. Im Hafen von Daressalam stellte sie 1255 Stoßzähne
gewilderter Elefanten sicher. Noch immer ist ungeklärt, woher
die Beute stammt.
Während in einigen asiatischen
Ländern über die vergangenen zehn Jahre drei Viertel
der Elefantenpopulation durch Wilderei ausgelöscht worden
ist, schrumpfte der Bestand der afrikanischen Elefanten seit 1970
von zwei Millionen auf höchstens 600.000.
Ein Problem, das viele Tierschützer
sehen, sind die unterschiedlichen Jagdrichtlinien in diesen Ländern.
Anders als etwa in Kenia, wo Großwildjagd seit 1977 verboten
ist, erlaubt das Nachbarland Tansania den so genannten kontrollierten
Abschuss von Elefanten, Löwen und Co.
Mit «Safari Hunting»
lockt dort etwa das Loliondo-Reservat an der kenianischen Grenze.
Ein Offizier der Vereinigten Arabischen Emirate erstand das tierreiche
Gebiet, das die ehemaligen britischen Kolonialherren als königliches
Jagdrevier ausgewiesen hatten. Die Touristen auf Jagd nach großen
Tieren sind für die tansanische Regierung dicke Fische: 1600
US-Dollar müssen sie für jeden Tag im Reservat in die
Staatskasse zahlen.
«Das verkaufte Produkt ist
das Erlebnis, ein Tier zu jagen, es zu erlegen und anschließend
eine Trophäe mit nach Haus zu bringen», heißt
es in einem Schreiben der tansanischen Wildbehörden (Tawico).
Während das Abschießen eines Elefanten noch weitere
4000 US-Dollar und das eines Löwen oder Leoparden 2000 kostet,
ist ein Büffel für 600 US-Dollar im Angebot.
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