|
Allergien: Klimawandel begünstigt
Gras-Pollen
Der globale Temperaturanstieg
wird Allergikern das Leben schwerer machen. Wie Forscher der Universität
Harvard errechnet haben, werden bis Mitte des Jahrhunderts wesentlich
mehr Gras-Pollen durch die Luft fliegen.
(jkm) - Ihren Prognosen legen
die Harvard-Wissenschaftler um Paul Epstein die Annahme zugrunde,
das Aufkommen atmosphärischen Kohlendioxids werde sich infolge
des Klimawandels verdoppeln.
Trifft diese von vielen Klimaforschern
geteilte Vermutung ein, werde es mehr Gräser wie das Beifußblättrige
Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) geben, sagen die Forscher.
Das in Nordamerika als Ragweed bekannte Gras produziert mit seinen
Pollen eines der meist verbreiteten Allergene.
In Zuchtversuchen pflanzten die
Harvard-Forscher Traubenkraut in Behältern, deren Luft mit
der doppelten Menge Kohlendioxid angereichtert wurde. Die Pflanzen
produzierten daraufhin 61 Prozent mehr Pollen, schreiben die Forscher
im Fachblatt "Annals of Allergy, Asthma, & Immunology".
Die Entdeckung bestätigt
frühere Versuche der Forscher, bei denen gezielt größere
Mengen Kohlendioxid in einen Kiefernwald gepumpt wurden, um die
Reaktion der Pflanzen auf den erwarteten Klimawandel zu beobachten.
Das ursprünglich nordamerikanische
Beifußblättrige Traubenkraut ist seit rund hundert
Jahren auch in Europa anzutreffen. Das Gras ähnelt dem Beifuß
und wächst wie dieser an Straßenrändern, in Kiesgruben
und auf Deponien. Seine kleinen Blüten sind unscheinbar und
treten ab Mitte August bis Ende Oktober auf.
Die Pollen zeigen Kreuzreaktionen
mit praktisch allen anderen Korbblütlern, insbesondere mit
Beifuß, was die Verbreitung des Traubenkrauts fördert,
andere Gräser verdrängt und langfristig ökologisch
negative Auswirkungen haben kann. Mit steigenden Kohlendioxid-Anteilen
in der Luft könnten derartige invasive Pflanzen begünstigt
werden, befürchten die Wissenschaftler.
|