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- 18.03.2002 -

 

 

 

 

 


 

Rettung ölverschmierter Seevögel: IFAW will US-System kopieren

Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) will das amerikanische System zur Rettung ölverschmierter Seevögel und Meeressäuger für Deutschland kopieren.

Hamburg (dpa) - Ziel sei, ein staatlich gefördertes Netz von Rehabilitationszentren aufzubauen sowie das korrekte Vorgehen nach einer Ölkatastrophe in die offiziellen Katastrophenpläne aufzunehmen, teilten Sprecher des Verbandes am Montag in Hamburg mit.

Auch das illegale Verklappen, vom IFAW als «schleichende Ölpest» bezeichnet, kostet nach Schätzungen der schleswig-holsteinischen Landesregierung jedes Jahr mehr als 20.000 Seevögeln das Leben.

Nach der Havarie des Tankers «Exxon Valdez» im Jahre 1989 in Alaska hatte es in den Vereinigten Staaten zahlreiche Gesetzesänderungen gegeben. Die potenziellen Verursacher von Ölkatastrophen entrichten seit Anfang der 90er Jahre eine spezielle Steuer. Das Geld wird nach einer Katastrophe genutzt, um ölverschmierte Seevögel und Säugetiere vom Öl zu befreien.

«Es gibt im Ernstfall nur ein begrenztes Zeitfenster», sagte der Leiter des IFAW-Deutschland, Markus Risch. Eine Kopie des US-Systems dürfe sich dabei nicht nur auf Deutschland beschränken. «Unser Ziel ist es, andere Staaten mit ins Boot zu nehmen.» Das Umweltvorhaben solle auf europäischer Ebene realisiert werden. Vorgespräche mit Politikern seien bereits aufgenommen worden.

Vor allem das nördlichste Bundesland muss nach Ansicht des IFAW daran interessiert sein, möglichst bald über eine bessere Absicherung für den Katastrophenfall zu verfügen. «Die Urlauber kommen mit schwarzen Füßen nach Hause», sagte Risch über die Strandurlauber an Nord- und Ostsee.

Dem Internationalen Tierschutz-Fonds haben sich weltweit zwei Millionen Förderer angeschlossen. In Deutschland zählt der Verband 250.000 Mitglieder. Der Hauptsitz der Organisation befindet sich in den USA.


© dpa

Insgesamt mehr als 35.000 Seevögel verendeten nach dem Untergang des 1999 vor der bretonischen Küste auseinandergebrochenen Öl-Tankers "Erika" (Bild) und des 1998 an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste gesunkenen Tankers "Pallas".


 Mehr Informationen:

IFAW

 

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