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- 12.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Lachs: Tote Fische für den Nährstoffkreislauf

Wenn in Oregon tote Lachse vom Himmel regnen, ist das nur bedingt ein böses Omen. Vielmehr soll auf diese drastisch anmutende Weise der durch menschliche Eingriffe arg gebeutelte Nährstoffkreislauf der örtlichen Gewässer wieder in Schwung gebracht werden.

(jkm) - Alljährlich verlassen geschlechtsreife Lachse das Meer und steigen in Flüssen und Bächen auf, um für Nachwuchs zu sorgen. Nach dem Ablaichen sterben die meisten Tiere. Ihre Kadaver bilden dann ein gefundenes Fressen für große Raubtiere, Insekten, Weichtiere oder für frisch geschlüpfte Lachse.

Sportfischerei, Staudämme und Wehre sowie aus Aquakulturen entwichene Zuchtlachse stören die jährliche Prozession jedoch empfindlich - und damit den Nährstofftransport in landeinwärts gelegene Ökosysteme.

Um diesen Effekt zumindest teilweise zu kompensieren, hat das Oregon Department of Fish and Wildlife (ODFW) das "Carcass Placement Program" ins Leben gerufen. Dabei wird jener Teil der Überschussproduktion von Lachszuchten, der sich nicht für wohltätige Zwecke eignet, über verarmten Bächen und Flüssen der Naturparks ausgestreut.

"Die eingebrachten Lachs-Kadaver reichern die aquatische Nahrungskette an und dienen als Futter für junge Lachse und andere Tiere", so der Fischbiologe Alan Ritchey vom Oregon Plan for Salmon and Watersheds, Salem. Er und seine Kollegen hatten überhaupt erst gezeigt, welche bedeutende Rolle toter Lachs für die Tier- und Pflanzenwelt spielt.

Beispielsweise fanden sie in und an Gewässern mit reichlich Kadavern mehr Insektenarten und besser genährte Jungfische. Insgesamt profitieren mindestens 138 Tierarten direkt oder indirekt von den toten Lachsen, so die Forscher. Und erst kürzlich haben US-Ökologen entdeckt, dass auch die Ufervegetation ihren Nutzen aus der Nährstoffschwemme zieht - was wiederum den Lachsen nützt.

Während die Biologen bei ihren Versuchen noch einige wenige Kadaver per Hand ausgelegt hatten, geht die Behörde im größeren Stil vor, bevorzugt mit Helikoptern: Einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge sind allein bei einer zweitägigen Abwurfaktion im letzten November rund 70.000 Pfund Coho- oder Silberlachs (Oncorhynchus kisutch) über dem Mount Hood National Forest niedergegangen.

Solche Aktionen nützen nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch den Forschern, denen sich damit eine einmalige Gelegenheit zum Studium des Nährstoffkreislaufs bietet. Dennoch wäre es ihnen auf lange Sicht lieber, wenn einige Dämme abgerissen würden und die Lachse selbst wieder für Nachschub sorgen könnten.


© ArtToday

Feinschmecker bevorzugen lebende Tiere.

 Mehr Informationen:

Oregon Plan for Salmon and Watersheds

Oregon Department of Fish and Wildlife

Los Angeles Times

 

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