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Lurche und Echsen: Lunge hilft beim
Hören
Einige Salamander und Eidechsen
hören vermutlich über die Lunge. Amerikanische Forscher
unterzogen die Tiere im Labor einer Hörprobe. Demnach können
Lurche und Echsen auch ohne vollständiges Gehör niedrige
Frequenzen wahrnehmen.
(jkm) - In früheren Versuchen
hatten Biologen bereits nachgewiesen, dass ohrlose Frösche
und Kröten akustische Schwingungen mit Hilfe der Lunge wahrnehmen
können. Der Forscher Thomas Hetherington und seine Kollegen
von der Ohio State University wollten deshalb überprüfen,
ob die Ergebnisse auch für Eidechsen und Salamander gelten.
Dazu platzierten die Biologen
vier verschiedene Salamander und drei Eidechsen in einer kleinen
schalldichten Kammer. Während die Versuchstiere verschiedenen
akustischen Reizen ausgesetzt wurden, überwachte ein Laserstrahl
ihre Hautbewegungen.
So stellte sich heraus, dass akustische
Schwingungen im Brustkrob der Tiere in Vibrationen übersetzt
werden. Die Luft aus der Lunge leitet diese Vibrationen zum Innenohr
weiter.
Die Versuchstiere konnten speziell
niedrige Frequenzen gut wahrnehmen, berichten die Forscher. Wassermolche
nehmen beispielsweise Töne zwischen 1.600 und 2.500 Hertz
wahr, größere Salamander erkennen Frequenzen von 1.250
bis 1.600 Hertz. Eidechsen, die über Mittelohr und Trommelfell
verfügen, hören Töne zwischen 1.000 und 3.000 Hertz.
Dass tatsächlich die Luft
für das Hören entscheidend ist, bewiesen die Forscher,
indem sie die Lungen ihrer Versuchstiere mit einer Salzlösung
füllten. Durch den Sauerstoff der speziellen Lösung
konnten die Tiere weiter atmen, die Übertragung der Schall-Vibrationen
an das Innenohr ging aber um 90 Prozent zurück. Außerdem
konnte ein lungenloser Salamander im Test als das einzige wirklich
gehörlose Tier identifiziert werden.
"Das primitive Gehör
haben vermutlich die ersten landlebenden Tiere entwickelt",
glaubt Hetherington, "und es scheint noch heute besonders
für jene Arten wichtig zu sein, denen das Mittelohr fehlt."
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