|
Besserer Schutz für Meeresschildkröten
Britische Wissenschaftler,
Naturschützer und die Fischindustrie haben sich auf ein gemeinsames
Vorgehen zum Schutz von Meeresschildkröten geeinigt.
(jkm) - Während einer Tagung
der "Marine Conservation Society" (MCS) am letzten Wochenende
wurde ein Schildkröten-Forschungsprogramm verabschiedet.
Das Programm soll helfen, mehr
über die Schildkröten an britische Küsten in Erfahrung
zu bringen und die Tiere besser vor Kollisionen mit Schiffen zu
schützen. Über derartige Unfälle müssen die
Fischer künftig Buch führen. Sie sollen außerdem
lernen, wie man die Tiere aus den Netzen befreit, ohne sie zu
verletzen.
Nach Informationen der "Marine
Turtle Research Group" tummeln sich vor allem Lederschildkröten
(Dermochelys coriacea) und Unechte Karetten (Caretta caretta)
in europäischen Gewässern.
An der britischen Küste werden
am häufigsten die bis zu drei Meter langen und über
900 Kilogramm schweren Lederschildkröten gesichtet. Die Tiere
kommen in der Regel aus der Karibik oder westafrikanischen Gewässern.
Um ihre Reiserouten nachvollziehen
zu können, wollen britische Meeresforscher die Schildkröten
künftig mit Sendern ausrüsten. Via Satellit sind die
Schwimmer dann jederzeit zu identifizieren.
In europäischen Gewässern
macht neben der Schifffahrt vor allem der Müll den Schildkröten
zu schaffen. Um ihre Beute, die Quallen, besser schlucken zu können,
besitzen die Tiere im Hals nach innen gerichtete Dornen. Verschlucken
sie versehentlich im Wasser treibenden Müll, bleibt dieser
an den Dornen hängen und kann nicht wieder ausgespuckt werden.
"Wenn wir tote Lederschildkröten
aus britischen Gewässern bergen", so berichtete Sue
Ranger von der MCS gegenüber BBC Online, "stellen wir
eigentlich immer fest, dass sie Plastik-Abfall geschluckt haben."
|