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Kanada: Belugas haben häufig Krebs
Auffällig viele kanadische
Belugas, auch als Weißwale bekannt, sterben an Krebs. Dies
haben kanadische Forscher an Belugas ermittelt, die in der Flussmündung
des Saint Lawrence an der Ostküste Kanadas leben.
(jkm) - Die Wissenschaftler führten
bei hundert Walen, die seit 1983 tot an die Küste geschwemmt
wurden, Autopsien durch. 18 Prozent der Jungtiere und 27 Prozent
der ausgewachsenen Belugas starben demnach an Krebs. Überwiegend
wurden die Tumore im Darm der Tiere gefunden, schreiben die Forscher
im Fachblatt "Environmental Health Perspectives".
Gegenüber dem "New Scientist"
erklärte Daniel Martineau von der University of Montreal:
"Krebs ist bei Wildtieren noch nicht ausreichend erforscht,
aber einen derart hohen Prozentsatz hat man bisher noch nirgendwo
auf der Welt gefunden. Von Delphinen und Landtieren sind nur Größenordnungen
von zwei Prozent bekannt."
Der weltweite Bestand an Belugas
(Delfphinapterus leucas) wird auf etwa 70.000 Exemplare geschätzt,
davon leben rund 650 in der Saint Lawrence-Mündung nahe Quebec.
Warum so viele kanadische Weißwale sterben, kann noch nicht
sicher gesagt werden.
Die Forscher glauben aber, in
polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAHs) den Krebsauslöser
gefunden zu haben. Die Schadstoffe fallen bei der Aluminium-Gewinnung
an, die flußaufwärts betrieben wird.
Über belastete Beutetiere
gelangen die PAHs in die Wale und reichern sich dann im Darm an,
glauben die Forscher. Sie konnten zudem hohe Werte von PCB und
Schwermetallen in erwachsenen Belugas nachweisen.
Zwar seien in den letzten Jahren
Anstrengungen unternommen worden, die Abwasser zu reinigen, doch
müssten die Weißwale wohl noch längere Zeit unter
den Altlasten vergangener Jahrzehnte leiden.
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