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- 22.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

Nach 500 Jahren: Lotos-Samen treiben aus

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, den bis zu 500 Jahre alten Samen von Lotosblumen zum Keimen zu bringen.

(jkm) - Die Samen stammen aus einem seit langer Zeit ausgetrockneten See in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Die Biologin Jane Shen-Miller und ihr Team von der University of California waren schon im Jahr 1996 bei einer Reise durch die Region auf die Samen gestoßen.

Von ihrer Expedition brachten die Forscher zwanzig getrocknete Samen der Indischen Lotosblume (Nelumbo nucifera) sowie Erdproben mit, die auf ein Alter von 200 bis 500 Jahren datiert werden konnten. Vier der Samen wurden auf ihre Keimfähigkeit getestet, und alle vier trieben zur Überraschung der Forscher aus.

Die Stängel und Blätter blieben allerdings kümmerlich und schwach, die zu kurzen Wurzeln hätten in der freien Natur nicht genügend Nahrung aufnehmen können. In den Erdproben fanden die Forscher Spuren starker natürlicher Radioaktivität.

Die Strahlung sei niedrig, aber immerhin stark genug, um langfristig Schäden auszulösen, schreibt Shen-Miller im "American Journal of Botany". Um so überraschender sei, dass die Samen überhaupt noch keimfähig waren. Offenbar besitze die Lotosblume kraftvolle Gene, die Langzeitschäden ausgleichen könnten.

"Die Lotosblume ist so robust, dass ihr Samen Jahrhunderte lang niedrig dosierte Gammastrahlung übersteht", sagt Shen-Miller. "Der Reparatur-Mechanismus der Lotosgene könnte sehr hilfreich für die Entwicklung gentechnischer Nutzpflanzen wie Reis, Mais und Weizen sein. Deren Saaten sind nur wenige Jahre lang keimfähig."

Lotospflanzen gibt es seit 135 Millionen Jahren. Weil ihre bohnengroßen Samen essbar sind, wurden sie bereits vor 4.000 Jahren in China gezüchtet. Heute ist die Indische Lotosblume, die in Ost- und Südasien heimisch ist, bis zum Kaspischen Meer vorgedrungen, und fühlt sich auch im südeuropäischen Klima wohl.


© ArtToday

Die Indische Lotosblume (Nelumbo nucifera) wurde bereits vor 4.000 Jahren in China gezüchtet.

 Mehr Informationen:

University of California

American Journal of Botany


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