|
Gefährdete Arten: Weg mit den dominanten
Männchen!
Für den Fortbestand einer
gefährdeten Art kann es überlebenswichtig sein, in manchen
Fällen dominante Männchen zumindest zeitweise von den
Weibchen zu trennen, sagen Forscher.
(jkm) - Tierarten, die nur noch
in kleinen Populationen vorkommen, stehen ihrer Vermehrung manchmal
selbst im Weg. Dies sei der Fall, wenn ein dominantes Männchen
keine Rivalen an Weibchen heran lasse, sagen amerikanische Zoologen.
Für den Nachwuchs könne es überlebenswichtig sein,
in solchen Fällen das dominante Männchen zumindest zeitweise
zu entfernen.
Diese Theorie haben Allison Alberts
und Kollegen vom San Diego Zoo an kubanischen Leguanen (Cyclura
nubila) in der Guantánamo Bay überprüft. Die
betroffenen Tiere stehen nicht vor dem Aussterben, verwandten
Arten aber droht dieses Schicksal.
Die Zoologen isolierten aus der
Leguan-Gruppe die fünf dominantesten Tiere während der
Paarungszeit für sechs Wochen. Die anderen Männchen
erkannten ihre Chance und nutzten die Abwesenheit der Anführer
zur Fortpflanzung.
Zoologe Alberts will derartige
Eingriffe "als Maßnahme im Notfall" verstanden
wissen, sagte er dem "New Scientist". "Wenn man
es mit nur noch 200 Individuen in einer Population zu tun hat,
muss man sich ernsthaft Gedanken um die genetische Vielfalt machen",
begrüßt Peter Tolson vom Toledo Zoo in Ohio das Vorgehen
seiner Kollegen.
Dem "New Scientist"
sagte Tolson, eine breitere genetische Basis vermindere das Risiko,
dass kleine Populationen von Krankheiten oder klimatischen Veränderungen
nachhaltig geschädigt werden könnten.
|