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- 18.02.2002 -


 

Afghanistan: Schneeleoparden als Kriegsopfer

Unter den kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan leidet auch die Tierwelt. Besonders hart trifft es die letzten, vom Aussterben bedrohten Schneeleo- parden. Bis zum Jahr 2001 überlebten nicht einmal hundert Exemplare in Afghanistan.

(jkm) - Der Bestand sei durch den illegalen Handel der Taliban mit Schneeleopardenfellen noch weiter reduziert worden, sagt Birga Dexel vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). In Zentralasien würden zur Zeit bis zu 2000 US-Dollar für ein Fell gezahlt.

"Flüchtlinge haben sich freies Geleit über die Grenze ins sichere Nachbarland Pakistan mit Fellen erkauft", so Dexel. Afghanistan habe eine lange Tradition im Handel mit Schneeleopardenfellen, bis zur Invasion durch die Sowjetarmee seien jährlich zwischen 50 und 80 Großkatzen für ihr Fell getötet worden. "Selbst wenn noch einige wenige Schneeleoparden das Taliban-Regime und den Krieg überlebt haben sollten, stehen ihre Chancen jetzt schlecht", sagt Dexel.

Steinböcke und Wildschafe, die üblichen Beutetiere im afghanischen Hochgebirge, seien durch die Jagd der lokalen Bevölkerung und der in die Berge geflohenen Menschen dezimiert worden.

Außerdem drohten der Katze weitere Gefahren durch die zehn Millionen im Land verlegten Minen. "Den Schneeleoparden fehlen unter den derzeitigen Bedingungen Rückzugsgebiete, die sie während der Paarungszeit zwischen Januar und März brauchen", erklärt Dexel.

Leoparden-Schutzprojekt des NABU in Kirgisistan

Dexel leitet für den NABU ein internationales Leoparden- Schutzprojekt in Kirgisistan. Dort gab es bis vor wenigen Jahren die weltweit zweitgrößte Population der Schneeleoparden. Seit Anfang der 90er Jahre ist dieser Bestand allerdings um über die Hälfte geschrumpft.

Maximal 700 Exemplare könnten der zunehmenden Wilderei noch entgangen sein, schätzt Dexel. Gewinn bringend für die Wilderer und Händler sind neben den Fellen die Knochen der Katzen, die in der traditionellen chinesischen Medizin als Ersatz für Tigerknochen verwendet werden.

Der NABU hat zusammen mit der kirgisischen Regierung eine Wildhütergruppe mit weit reichenden Befugnissen aufgestellt. Die Wildhüter operieren offiziell und verdeckt in ganz Kirgisistan, können Verdächtige verhaften und Felle beschlagnahmen.

Birga Dexel hofft, auch die afghanische Regierung werde Maßnahmen zum Schutz der Schneeleoparden und weiterer 75 bedrohter Arten im Land einleiten. Afghanistan besitzt weder eine Schutztradition noch entsprechende Institutionen, obwohl es Mitglied des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) ist.

"Um so wichtiger ist es, dass internationale Organisationen ihre Hilfe bei den gravierenden Naturschutzproblemen anbieten", so Dexel.

 Mehr Informationen:

NABU-Schneeleoparden- Projekt

 

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