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Alaska: Haie lieben warme Buchten
Des einen Freud ist des anderen
Leid: Weil das Wasser vor der Küste Alaskas so warm geworden
ist, ziehen sich Seelöwen und Seehunde in kältere Regionen
zurück. Ihr Revier übernehmen Haifische, denen das warme
Wasser und das große Angebot an Lachsen gut gefallen.
(jkm) - Im Prince William Sound
schwimmen mittlerweile Hunderte von Haien, berichten Meeresforscher,
die aus dem Flugzeug heraus ursprünglich nach Fischottern
Ausschau halten wollten.
Drei verschiedene pazifische Hai-Arten,
darunter Exemplare von über sieben Metern Länge, haben
die Forscher in der Bucht ausgemacht. Die Haie tummeln sich im
Prince William Sound, weil ihnen das Futter dort geradewegs ins
Maul schwimmt: Die Beute besteht aus Lachsen, die aus dem Golf
von Alaska kommend Flüsse und Seen zum Laichen ansteuern.
Die Haie sind den warmen pazifischen
Strömungen nach Norden gefolgt, glauben Meeresforscher wie
Vince Gallucci von der University of Washington. Die steigenden
Temperaturen sind ihrer Meinung nach hauptsächlich auf natürliche
Schwankungen zurückzuführen. Alle zwanzig bis dreißig
Jahre, so Gallucci, pendelt der Pazifik zwischen besonders warmen
und ausgesprochen kalten Strömungen im Oberflächenwasser
hin und her.
Seit 1977 konnte laut Gallucci
ein langsamer Temperaturanstieg beobachtet werden. Jetzt ist möglicherweise
der Höhepunkt erreicht. Es gebe seit zwei Jahren Anzeichen
dafür, dass sich die Oberflächen-Strömungen wieder
abkühlen werden, sagt Gallucci.
Bis die Kälte die Haie aus
den Buchten vertreibt, wollen er und seine Kollegen möglichst
viele Details aus dem Leben der Haifische erkunden. So haben sie
beispielsweise im letzten Sommer festgestellt, dass die große
Mehrzahl der im Prince William Sound gefangenen Haie aus Weibchen
bestand. Warum es so wenige Männchen in die Buchten zieht,
ist den Forschern noch unklar.
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