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Meeresforschung: Blauwale haben es eilig
Der Blauwal kann über
30 Meter lang werden und ist damit das größte Tier
der Erde. Sein Gewicht von 100 bis 120 Tonnen macht ihn aber keineswegs
schwerfällig. Blauwale sind fast unentwegt auf Reisen - und
das in schnellerem Tempo, als bislang vermutet.
(jkm) - Auf der Suche nach Futter
legen die Blauwale in kurzer Zeit weite Strecken zurück.
Zwar war bereits bekannt, dass die Tiere auf der Flucht bis zu
30 Stundenkilometer schnell sind. Trotzdem wurden sie als sehr
langsame Schwimmer eingestuft. Dass die Säuger es im Alltag
eher eilig haben, fand jetzt der US-Biologe Bruce Mate von der
Oregon State University heraus.
Mate und seine Kollegen haben
seit 1993 rund einhundert Blauwale mit kleinen Sendern versehen.
Die Tiere wurden vor der kalifornische Küste markiert, wo
sich jeden Sommer über 2.000 Blauwale treffen - immerhin
etwa ein Viertel des weltweiten Bestandes. Die Wale mit Sender
konnten über Satelliten bis zu fünf Monate lang auf
ihren Streifzügen verfolgt werden, berichtete Mate jetzt
auf einer Fachtagung.
Von den hundert markierten Blauwalen
konnten 45 langfristig beobachten werden. Zusammen legten sie
rund 230.000 Kilometer zurück. Der eifrigste Schwimmer brachte
es allein auf 16.000 Kilometer.
Die Forscher ermittelten, dass
die Tiere auf der Suche nach Krill sehr schnell zwischen einzelnen
Futterplätzen wechseln und offenbar das ganze Jahr über
Nahrung zu sich nehmen. Andere Meeressäuger wie Grauwal und
Buckelwal gehen dagegen in Herbst und Winter auf Diät.

©
NOAA
Buckelwale
treibt es im Gegensatz zu den Blauwalen in warme Gewässer,
in denen sie fasten müssen. Dafür schützt
das wärmere Wasser die Kälber vor der Auskühlung.
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Überwintern vor Costa
Rica
"Blauwale dürfen keine
Zeit in Krill- armen Regionen verlieren", sagt Mate, "deshalb
eilen sie von einem reichhaltigen Futterplatz zum nächsten."
Treffen die Wale aber auf einen reich gedeckten Tisch, legen sie
schon mal mehrwöchige Pausen ein, um sich Fettreserven anzufressen.
Ihren Winter verbringen die Blauwale
gern vor der Küste Costa Ricas. Dort können sie nicht
nur den Nachwuchs gebären, die Region ist im Winter auch
vergleichsweise kühl und hat dann viel Krill zu bieten.
Grau- und Buckelwale treibt es
dagegen in warme Gewässer, in denen sie fasten müssen.
Dafür schützt das wärmere Wasser die Neugeborenen
vor der Auskühlung. Weil ihre Eltern ständig hungrig
sind, müssen Blauwal-Babys auf diesen Luxus verzichten.
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