vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 16.02.2002 -

 

Meeresforschung: Blauwale haben es eilig

Der Blauwal kann über 30 Meter lang werden und ist damit das größte Tier der Erde. Sein Gewicht von 100 bis 120 Tonnen macht ihn aber keineswegs schwerfällig. Blauwale sind fast unentwegt auf Reisen - und das in schnellerem Tempo, als bislang vermutet.

(jkm) - Auf der Suche nach Futter legen die Blauwale in kurzer Zeit weite Strecken zurück. Zwar war bereits bekannt, dass die Tiere auf der Flucht bis zu 30 Stundenkilometer schnell sind. Trotzdem wurden sie als sehr langsame Schwimmer eingestuft. Dass die Säuger es im Alltag eher eilig haben, fand jetzt der US-Biologe Bruce Mate von der Oregon State University heraus.

Mate und seine Kollegen haben seit 1993 rund einhundert Blauwale mit kleinen Sendern versehen. Die Tiere wurden vor der kalifornische Küste markiert, wo sich jeden Sommer über 2.000 Blauwale treffen - immerhin etwa ein Viertel des weltweiten Bestandes. Die Wale mit Sender konnten über Satelliten bis zu fünf Monate lang auf ihren Streifzügen verfolgt werden, berichtete Mate jetzt auf einer Fachtagung.

Von den hundert markierten Blauwalen konnten 45 langfristig beobachten werden. Zusammen legten sie rund 230.000 Kilometer zurück. Der eifrigste Schwimmer brachte es allein auf 16.000 Kilometer.

Die Forscher ermittelten, dass die Tiere auf der Suche nach Krill sehr schnell zwischen einzelnen Futterplätzen wechseln und offenbar das ganze Jahr über Nahrung zu sich nehmen. Andere Meeressäuger wie Grauwal und Buckelwal gehen dagegen in Herbst und Winter auf Diät.

 


© NOAA

Buckelwale treibt es im Gegensatz zu den Blauwalen in warme Gewässer, in denen sie fasten müssen. Dafür schützt das wärmere Wasser die Kälber vor der Auskühlung.

 

Überwintern vor Costa Rica

"Blauwale dürfen keine Zeit in Krill- armen Regionen verlieren", sagt Mate, "deshalb eilen sie von einem reichhaltigen Futterplatz zum nächsten." Treffen die Wale aber auf einen reich gedeckten Tisch, legen sie schon mal mehrwöchige Pausen ein, um sich Fettreserven anzufressen.

Ihren Winter verbringen die Blauwale gern vor der Küste Costa Ricas. Dort können sie nicht nur den Nachwuchs gebären, die Region ist im Winter auch vergleichsweise kühl und hat dann viel Krill zu bieten.

Grau- und Buckelwale treibt es dagegen in warme Gewässer, in denen sie fasten müssen. Dafür schützt das wärmere Wasser die Neugeborenen vor der Auskühlung. Weil ihre Eltern ständig hungrig sind, müssen Blauwal-Babys auf diesen Luxus verzichten.


© NOAA

Blauwale wurden bisher als sehr langsame Schwimmer eingestuft - zu Unrecht.

 Mehr Informationen:

vista verde: Meeressäuger

 

 Lesen Sie auch:

Walforschung: Kot-Analyse macht Fang überflüssig

Forschung oder Jagd? Walbeobachtung per Satellit

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung