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Hummer: Kampf im Käfig
Käfige, mit denen Biologen
wilde Hummer fangen und zählen wollen, werden von den Tieren
gern angenommen. Sie fressen den Köder, raufen mit Artgenossen
- und verschwinden dann wieder, wie ein Unterwasser-Video belegt.
(jkm) - Winsor Watson von der
Universität New Hampshire, Durham, hatte die Idee, die Käfige
mit Kameras auszurüsten. Die Video- Aufzeichnungen sind ernüchternd:
Nur kümmerliche sechs Prozent der "Besucher" bleiben
im Käfig, entdeckten die Biologen.
Die Hummer lassen sich von den
Leckerbissen im Käfig anlocken, finden zum Leidwesen der
Forscher aber auch schnell wieder hinaus: Dreiviertel der Tiere
benutzen regelwidrig den Eingang einfach als Ausgang. Der Rest
entkommt über Notausgänge, die nur für versehentlich
gefangene Fische gedacht waren.
Nicht ein Gefängnis, sondern
ein zu verteidigendes Revier scheinen die Tiere im Käfig
zu sehen: Tauchen Rivalen auf, liefern sich die Hummer Schlägereien
um das Recht, den Futterplatz betreten zu dürfen. Gefangen
werden meist nur große Männchen - wahrscheinlich jene,
die das Revier am besten verteidigen konnten.
Die Käfige sollten eigentlich
dazu dienen, die Zahl wilder Hummer besser abschätzen zu
können. Jetzt haben die Forscher Zweifel, ob auf diese Weise
gefangene Tiere Rückschlüsse auf die gesamte Population
zulassen. So werden auffällig wenige Eier-tragende Weibchen
erfasst; sie meiden die Käfige offenbar weiträumig.
Dass so viele große Männchen
in den Käfigen landen, deutet Watson als Hinweis auf rückläufigen
Hummer-Nachwuchs: "Ich schätze, der Bestand wird überfischt."
In der südlichen Region des Gulf of Maine seien die Fänge
rückläufig, sagte Watson der Online-Ausgabe von "Nature".
Um den Befürchtungen nachzugehen,
wollen sich die Forscher jetzt schlauere Fallen für die trickreichen
Hummer einfallen lassen.
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