vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 08.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Afrikanischer Wildhund: Jagen oder Babysitten?

Wenn Afrikanische Wildhunde auf die Jagd gehen, lassen sie einen Babysitter am Bau zurück. Dieses Verhalten können die Tiere sich aber nur bis zu einer bestimmten Rudelgröße leisten.

(jkm) - Gibt es weniger als fünf ausgewachsene Tiere in einem Rudel, müssen die Wildhunde lebensbedrohliche Kompromisse eingehen, fanden britische und simbabwische Zoologen heraus.

Die Verfolgung durch den Menschen und Krankheitsausbrüche haben die Zahl der Afrikanischen Wildhunde (Lycaon pictus) in den letzten Jahrzehnten drastisch reduziert. Einst über den gesamten Kontinent südlich der Sahara verbreitet, gibt es heute weniger als 5.000 der bunt gescheckten Tiere.

Franck Courchamp von der Universität Cambridge und seine Kollegen glauben nun, dass die soziale Struktur der Wildhunde sie besonders anfällig für äußere Einflüsse macht.

In jedem Rudel pflanzt sich nur ein dominantes Paar fort. Die übrigen ausgewachsenen Tiere helfen bei der Aufzucht der Jungen. Geht das Rudel gemeinschaftlich auf die Jagd, bleibt normalerweise ein erwachsenes Tier am Bau zurück, um den Nachwuchs gegen Löwen oder Hyänen zu verteidigen. Dies schwächt die Jagdgruppe, gleichzeitig müssen die Jäger in ihren Mägen mehr Fleisch zum Bau bringen, um auch den Babysitter zu versorgen.

Courchamp und seine Kollegen entwickelten ein Rechenmodell, um Kosten und Nutzen eines Babysitters bei verschiedenen Rudelgrößen zu vergleichen. Wie die Forscher im Fachblatt "Behavioral Ecology" schreiben, sollten Rudel mit mehr als fünf ausgewachsenen Tieren sich einen Aufpasser für die Kleinen leisten können. Bei weniger Erwachsenen sollte das Rudel jedoch zu Kompromissen gezwungen sein.

Freilandbeobachtungen im Hwange Nationalpark in Simbabwe bestätigten die Vermutung, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe. Kleine Gruppen ließen die Jungen häufiger unbewacht zurück als große Rudel. Und wenn sie doch einen Beschützer für den Nachwuchs abstellten, mussten sie öfter auf die Jagd gehen.

Unterhalb einer kritischen Größe von sechs ausgewachsenen Tieren treten die Afrikanischen Wildhunde in einen Teufelskreis ein, der die Rudelgröße immer weiter reduziert, so Courchamp. Und wenn dann auch noch einzelne Tiere Menschen oder Krankheitserregern zum Opfer fallen, sei der Niedergang des Rudels vorprogrammiert.


© ArtToday

Afrikanischer Wildhund (Lycaon pictus): Babysitter nur in großen Rudeln

 

 Mehr Informationen:

Tierenzyklopaedie.de: Afrikanischer Wildhund

Hwange Nationalpark

IUCN/SSC Canid Specialist Group: African Wild Dog Status Survey and Action Plan

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung