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Afrikanischer Wildhund: Jagen oder Babysitten?
Wenn Afrikanische Wildhunde
auf die Jagd gehen, lassen sie einen Babysitter am Bau zurück.
Dieses Verhalten können die Tiere sich aber nur bis zu einer
bestimmten Rudelgröße leisten.
(jkm) - Gibt es weniger als fünf
ausgewachsene Tiere in einem Rudel, müssen die Wildhunde
lebensbedrohliche Kompromisse eingehen, fanden britische und simbabwische
Zoologen heraus.
Die Verfolgung durch den Menschen
und Krankheitsausbrüche haben die Zahl der Afrikanischen
Wildhunde (Lycaon pictus) in den letzten Jahrzehnten drastisch
reduziert. Einst über den gesamten Kontinent südlich
der Sahara verbreitet, gibt es heute weniger als 5.000 der bunt
gescheckten Tiere.
Franck Courchamp von der Universität
Cambridge und seine Kollegen glauben nun, dass die soziale Struktur
der Wildhunde sie besonders anfällig für äußere
Einflüsse macht.
In jedem Rudel pflanzt sich nur
ein dominantes Paar fort. Die übrigen ausgewachsenen Tiere
helfen bei der Aufzucht der Jungen. Geht das Rudel gemeinschaftlich
auf die Jagd, bleibt normalerweise ein erwachsenes Tier am Bau
zurück, um den Nachwuchs gegen Löwen oder Hyänen
zu verteidigen. Dies schwächt die Jagdgruppe, gleichzeitig
müssen die Jäger in ihren Mägen mehr Fleisch zum
Bau bringen, um auch den Babysitter zu versorgen.
Courchamp und seine Kollegen entwickelten
ein Rechenmodell, um Kosten und Nutzen eines Babysitters bei verschiedenen
Rudelgrößen zu vergleichen. Wie die Forscher im Fachblatt
"Behavioral Ecology" schreiben, sollten Rudel mit mehr
als fünf ausgewachsenen Tieren sich einen Aufpasser für
die Kleinen leisten können. Bei weniger Erwachsenen sollte
das Rudel jedoch zu Kompromissen gezwungen sein.
Freilandbeobachtungen im Hwange
Nationalpark in Simbabwe bestätigten die Vermutung, berichtet
das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner neuen
Ausgabe. Kleine Gruppen ließen die Jungen häufiger
unbewacht zurück als große Rudel. Und wenn sie doch
einen Beschützer für den Nachwuchs abstellten, mussten
sie öfter auf die Jagd gehen.
Unterhalb einer kritischen Größe
von sechs ausgewachsenen Tieren treten die Afrikanischen Wildhunde
in einen Teufelskreis ein, der die Rudelgröße immer
weiter reduziert, so Courchamp. Und wenn dann auch noch einzelne
Tiere Menschen oder Krankheitserregern zum Opfer fallen, sei der
Niedergang des Rudels vorprogrammiert.
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