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Eichhörnchen: Grau führt 66
: 1
Das europäische rote Eichhörnchen
hat es nicht leicht. Ein aus Nordamerika stammender Konkurrent
in grau macht ihm das Leben schwer und verdrängt es immer
mehr.
(jkm) - Vor rund hundert Jahren
wurden die ersten Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) in
England ausgesetzt. Seither werden die roten Einheimischen (Sciurus
vulgaris) aus ihren Wäldern und Parkanlagen verdrängt,
im Kampf grau gegen rot steht es schon 66 zu 1. Das Problem hat
längst auf das europäische Festland übergegriffen.
Doch warum setzen sich die Grauen durch?
In Großbritannien wird das
Parapoxvirus - den echten Pocken sehr ähnlich - für
die Ausrottung der roten Hörnchen verantwortlich gemacht.
In Italien dagegen gibt es das Virus nicht, und trotzdem herrschen
auch hier die Grauhörnchen, seit ein italienischer Politiker
1948 die ersten vier Exemplare ins Land brachte.
Verhaltensforscher der University
of Insubria in Varese glauben jetzt den Grund für die Überlegenheit
ausgemacht zu haben. Wie Luc Wauters und seine Kollegen in "Behavioral
Ecology and Sociobiology" berichten, stehlen die grauen Hörnchen
besser.
Die Forscher haben beobachtet,
dass graue Hörnchen die Wintervorräte ihrer roten Artgenossen
plündern. Zwar naschen auch die Roten gern von den Vorräten
der Grauen, sie holen sich statistisch gesehen aber nur Zweidrittel
der Beute zurück.
Dies trifft besonders die weiblichen
Tiere: Erwachen sie unterernährt aus dem Winterschlaf, können
sie im Frühjahr keinen Nachwuchs gebären. Statt zwei
Würfe bringen die Tiere dann nur jährlich einen zur
Welt.
Es ist nicht nur eine Frage des
Farbenspiels, ob grau oder rot im Wald die Oberhand gewinnen.
Biologen befürchten, dass die grauen Eindringlinge sich europaweit
zu Waldschädlingen entwickeln könnten, weil sie durch
ihren Heißhunger selbst Vögeln die Nahrung wegfressen.
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