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Walforschung: Kot-Analyse macht Fang
überflüssig
Japan ist der Walfang zu Forschungszwecken
erlaubt, er ist aber international heftig umstritten. Wissenschaftler
haben jetzt eine unblutige Methode zur Walforschung entwickelt.
(jkm) - Die japanische Fischindustrie
gibt an, Wale nur zu wissenschaftlichen Zwecken zu töten.
Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) erlaubt den Japanern
aus diesem Grund, jährlich rund 500 Mink-Wale zu erlegen.
Offiziell soll unter anderem der
Mageninhalt der Tiere untersucht werden. Australische Forscher
verweisen jetzt auf eine alter- native Untersuchung, die das Töten
überflüssig macht: Sie sammeln den Kot der Wale in Netzen.
Wenn Wale ihren Darm entleeren,
steigen sie an die Meeres- Oberfläche auf und sondern eine
Fäkalien-Wolke ins Wasser ab. Diese Wolken sammeln australische
Wissenschaftler neuerdings mit Schleppnetzen ein. Den Wal-Kot
untersuchen sie dann bis ins Detail - bis hin zu Erbgut-Analysen.
Nach Aussage von Nick Gales, Forscher
der Antarktis-Abteilung am Australian Environment Department,
kann so nicht nur die Nahrung der Tiere angegeben werden.
Die Analyse lässt Rückschlüsse
auf Darmflora und Nematoden-Befall zu, verrät das Geschlecht
der Tiere und macht sogar einzelne Individuen unterscheidbar.
An seltenen Blauwale haben die Biologen bereits die Praxis-Tauglichkeit
der Kot-Analyse nachgewiesen.
Die Australier wollen ihr Verfahren
der IWC auch zur Erforschung der Mink-Wale anbieten. Damit würden
die Japaner weiter unter Druck gesetzt, ihren Walfang rechtfertigen
zu müssen.
Die japanische Fischindustrie
plädiert für die Lockerung des Walfangs unter anderem
mit dem Argument, Mink-Wale würden riesige Mengen Fisch fressen
und so der Fischerei einen großen finanziellen Schaden bescheren.
Bisher lässt sich diese Behauptung
weder beweisen noch dementieren. Mit Hilfe von Kot-Analysen ließe
sich problemlos klären, wie sich die Nahrung der Mink-Wale
wirklich zusammensetzt, sagen die Australischen Forscher.
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