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- 06.02.2002 -

 

Walforschung: Kot-Analyse macht Fang überflüssig

Japan ist der Walfang zu Forschungszwecken erlaubt, er ist aber international heftig umstritten. Wissenschaftler haben jetzt eine unblutige Methode zur Walforschung entwickelt.

(jkm) - Die japanische Fischindustrie gibt an, Wale nur zu wissenschaftlichen Zwecken zu töten. Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) erlaubt den Japanern aus diesem Grund, jährlich rund 500 Mink-Wale zu erlegen.

Offiziell soll unter anderem der Mageninhalt der Tiere untersucht werden. Australische Forscher verweisen jetzt auf eine alter- native Untersuchung, die das Töten überflüssig macht: Sie sammeln den Kot der Wale in Netzen.

Wenn Wale ihren Darm entleeren, steigen sie an die Meeres- Oberfläche auf und sondern eine Fäkalien-Wolke ins Wasser ab. Diese Wolken sammeln australische Wissenschaftler neuerdings mit Schleppnetzen ein. Den Wal-Kot untersuchen sie dann bis ins Detail - bis hin zu Erbgut-Analysen.

Nach Aussage von Nick Gales, Forscher der Antarktis-Abteilung am Australian Environment Department, kann so nicht nur die Nahrung der Tiere angegeben werden.

Die Analyse lässt Rückschlüsse auf Darmflora und Nematoden-Befall zu, verrät das Geschlecht der Tiere und macht sogar einzelne Individuen unterscheidbar. An seltenen Blauwale haben die Biologen bereits die Praxis-Tauglichkeit der Kot-Analyse nachgewiesen.

Die Australier wollen ihr Verfahren der IWC auch zur Erforschung der Mink-Wale anbieten. Damit würden die Japaner weiter unter Druck gesetzt, ihren Walfang rechtfertigen zu müssen.

Die japanische Fischindustrie plädiert für die Lockerung des Walfangs unter anderem mit dem Argument, Mink-Wale würden riesige Mengen Fisch fressen und so der Fischerei einen großen finanziellen Schaden bescheren.

Bisher lässt sich diese Behauptung weder beweisen noch dementieren. Mit Hilfe von Kot-Analysen ließe sich problemlos klären, wie sich die Nahrung der Mink-Wale wirklich zusammensetzt, sagen die Australischen Forscher.

 Mehr Informationen:

The Australian Antarctic Division (AAD)

vista verde: Meeressäuger

 

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