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Kalifornien: Sprengstoff gegen Hechte
Im amerikanischen Bundesstaat
Kalifornien eskaliert derzeit ein Krieg der besonderen Art. Nach
dem Scheitern mehrerer Kontrollmaßnahmen will die staatliche
Fischerei- und Jagdbehörde nun mit Sprengstoff gegen Hechte
vor- gehen, die sich in einem Stausee massenhaft vermehrt haben.
Umweltschützer und Fischereiexperten stehen den Plänen
kritisch gegenüber.
(jkm) - Anfang der 90er-Jahre
waren die ersten Hechte im kalifornischen Lake Davis aufgetaucht.
Die großen Jäger er- beuten auch Forellen und wurden
daher vor allem von Freizeit- Anglern und Fischereibetrieben mit
Argwohn betrachtet.
Binnen weniger Jahre hatten die
Hechte sich so stark vermehrt, dass die Behörde sich zu Kontrollmaßnahmen
genötigt sah: 1997 wurden große Mengen des Fischgifts
Rotenon in den See einge- leitet. Einige Hechte überlebten
jedoch und etablierten die Population erneut. Seitdem haben sie
selbst Sperrnetzen und Stromstößen getrotzt.
Inzwischen habe die Behörde
den Plan zur Ausrottung der Hechte aufgegeben, berichtet die "Los
Angeles Times". Das Ziel sei nun, die Größe des
Bestandes auf einem niedrigen Niveau zu halten und eine Ausbreitung
der Tiere in die angrenzenden Flüsse zu verhindern.
Das Mittel zum Zweck sind so genannte
Sprengschnüre, mit Explosivstoffen gefüllte Schläuche.
Diese sollen an Stellen im See ausgelegt werden, an denen Hechte
bevorzugt auf Beute lauern. Wird der Sprengstoff zur Detonation
gebracht, soll die Druckwelle alle Fische im Umkreis von mehreren
Metern töten.
Die Behörde hat bereits mehrere
öffentliche Anhörungen und Informationsabende abgehalten,
um Anwohner über den Einsatz der Sprengstoffe aufzuklären.
Einem jüngst veröffentlichten Bericht zufolge würden
bei den Detonationen nur geringe Mengen von Chemikalien freigesetzt,
die im Seewasser zudem auf Konzentrationen unterhalb der Nachweisgrenze
verdünnt würden.
Umweltschützer argumentieren,
den Detonationen würden nicht nur Hechte, sondern auch Amphibien
und Forellen zum Opfer fallen. Fischereiexperten glauben dagegen,
die Sprengschnüre könnten den Hechten nur wenig Schaden
zufügen. Die letzte Option wäre, den Stausee vollständig
zu leeren und dann mit Zuchtforellen neu zu besetzen, so die Zeitung.
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