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- 05.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Kalifornien: Sprengstoff gegen Hechte

Im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien eskaliert derzeit ein Krieg der besonderen Art. Nach dem Scheitern mehrerer Kontrollmaßnahmen will die staatliche Fischerei- und Jagdbehörde nun mit Sprengstoff gegen Hechte vor- gehen, die sich in einem Stausee massenhaft vermehrt haben. Umweltschützer und Fischereiexperten stehen den Plänen kritisch gegenüber.

(jkm) - Anfang der 90er-Jahre waren die ersten Hechte im kalifornischen Lake Davis aufgetaucht. Die großen Jäger er- beuten auch Forellen und wurden daher vor allem von Freizeit- Anglern und Fischereibetrieben mit Argwohn betrachtet.

Binnen weniger Jahre hatten die Hechte sich so stark vermehrt, dass die Behörde sich zu Kontrollmaßnahmen genötigt sah: 1997 wurden große Mengen des Fischgifts Rotenon in den See einge- leitet. Einige Hechte überlebten jedoch und etablierten die Population erneut. Seitdem haben sie selbst Sperrnetzen und Stromstößen getrotzt.

Inzwischen habe die Behörde den Plan zur Ausrottung der Hechte aufgegeben, berichtet die "Los Angeles Times". Das Ziel sei nun, die Größe des Bestandes auf einem niedrigen Niveau zu halten und eine Ausbreitung der Tiere in die angrenzenden Flüsse zu verhindern.

Das Mittel zum Zweck sind so genannte Sprengschnüre, mit Explosivstoffen gefüllte Schläuche. Diese sollen an Stellen im See ausgelegt werden, an denen Hechte bevorzugt auf Beute lauern. Wird der Sprengstoff zur Detonation gebracht, soll die Druckwelle alle Fische im Umkreis von mehreren Metern töten.

Die Behörde hat bereits mehrere öffentliche Anhörungen und Informationsabende abgehalten, um Anwohner über den Einsatz der Sprengstoffe aufzuklären. Einem jüngst veröffentlichten Bericht zufolge würden bei den Detonationen nur geringe Mengen von Chemikalien freigesetzt, die im Seewasser zudem auf Konzentrationen unterhalb der Nachweisgrenze verdünnt würden.

Umweltschützer argumentieren, den Detonationen würden nicht nur Hechte, sondern auch Amphibien und Forellen zum Opfer fallen. Fischereiexperten glauben dagegen, die Sprengschnüre könnten den Hechten nur wenig Schaden zufügen. Die letzte Option wäre, den Stausee vollständig zu leeren und dann mit Zuchtforellen neu zu besetzen, so die Zeitung.

 Mehr Informationen:

California Department of Fish and Game

Der Hecht

 

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