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Viren: Massensterben britischer Frösche
Großbritannien wird von
einem Virus heimgesucht, das Millionen von Fröschen tötet.
Wie die Umweltbehörden und der "Froglife Trust"
berichten, ging das Sterben von Südost-England aus und hat
sich jetzt bis nach Schottland ausgeweitet.
(jkm) - Das Virus löst Blutungen
aus, schädigt die Haut der Tiere und verstümmelt ihre
Extremitäten. Befallene Frösche sterben einen langsamen,
qualvollen Tod.
Londoner Zoologen haben inzwischen
über 62.000 tote Frösche untersucht. Sie schreiben im
"BBC Wildlife Magazine", das Virus könne von importierten
Goldfischen eingeschleppt worden sein.
Der Verdacht stützt sich
auf die Tatsache, dass sich Anfang der 80er Jahre die britischen
Zierfisch-Importeure neue Quellen in den USA und Israel erschlossen.
Bis dahin stammten importierte Goldfische überwiegend aus
Italien.
Die Goldfische aus den USA könnten
sich das Virus von wilden Ochsenfröschen eingefangen haben,
die auf Futtersuche gern in Fischzuchten eindringen. Die Verbindung
vom britischen Virus zum amerikanischen Ochsenfrosch könne
aber noch nicht eindeutig bestätigt werden, schränken
die Wissenschaftler ein.
In Großbritannien wurden
erste infizierte Frösche Ende der 80er Jahre entdeckt; seitdem
breitet sich die Krankheit immer weiter aus und erreichte im letzten
Jahr einen Höhepunkt.
Den Zoologen gehen mittlerweile
die Forschungsgelder aus. Rund eine Million Pfund seien nötig,
um das Froschsterben weiter zu untersuchen, sagte Tom Langton
vom "Froglife Trust" gegenüber der BBC.
Die Chancen auf Förderung
schätzt er selbst schlecht ein:
"Weil die Tiere nicht genießbar sind, gibt es kein
Frosch- Ministerium. Folglich wird unsere Untersuchung auch nicht
von der Regierung gefördert."
Hält das Massensterben an,
könnte dies Auswirkungen auf alle Ökosysteme haben,
in denen Frösche Teil der Nahrungskette sind.
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