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- 28.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Viren: Massensterben britischer Frösche

Großbritannien wird von einem Virus heimgesucht, das Millionen von Fröschen tötet. Wie die Umweltbehörden und der "Froglife Trust" berichten, ging das Sterben von Südost-England aus und hat sich jetzt bis nach Schottland ausgeweitet.

(jkm) - Das Virus löst Blutungen aus, schädigt die Haut der Tiere und verstümmelt ihre Extremitäten. Befallene Frösche sterben einen langsamen, qualvollen Tod.

Londoner Zoologen haben inzwischen über 62.000 tote Frösche untersucht. Sie schreiben im "BBC Wildlife Magazine", das Virus könne von importierten Goldfischen eingeschleppt worden sein.

Der Verdacht stützt sich auf die Tatsache, dass sich Anfang der 80er Jahre die britischen Zierfisch-Importeure neue Quellen in den USA und Israel erschlossen. Bis dahin stammten importierte Goldfische überwiegend aus Italien.

Die Goldfische aus den USA könnten sich das Virus von wilden Ochsenfröschen eingefangen haben, die auf Futtersuche gern in Fischzuchten eindringen. Die Verbindung vom britischen Virus zum amerikanischen Ochsenfrosch könne aber noch nicht eindeutig bestätigt werden, schränken die Wissenschaftler ein.

In Großbritannien wurden erste infizierte Frösche Ende der 80er Jahre entdeckt; seitdem breitet sich die Krankheit immer weiter aus und erreichte im letzten Jahr einen Höhepunkt.

Den Zoologen gehen mittlerweile die Forschungsgelder aus. Rund eine Million Pfund seien nötig, um das Froschsterben weiter zu untersuchen, sagte Tom Langton vom "Froglife Trust" gegenüber der BBC.

Die Chancen auf Förderung schätzt er selbst schlecht ein:
"Weil die Tiere nicht genießbar sind, gibt es kein Frosch- Ministerium. Folglich wird unsere Untersuchung auch nicht von der Regierung gefördert."

Hält das Massensterben an, könnte dies Auswirkungen auf alle Ökosysteme haben, in denen Frösche Teil der Nahrungskette sind.


© ArtToday

Amerikanische Ochsenfrösche könnten das Virus auf Goldfische übertragen haben, deren Import es nach Großbritannien eingeschleppt haben könnte.

 Mehr Informationen:

Froglife Trust

vista verde: Amphibien und Reptilien

 

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