|
Naturschutz: Koordinierte Hilfe für
den Jaguar
Der Lebensraum des Jaguars
erstreckt sich über 18 Länder Amerikas - und die können
sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen zu seinem Schutz einigen.
Ein neues Konzept soll helfen, den Naturschutz besser zu koordinieren.
(jkm) - Der Jaguar kann nur noch
in einem Drittel seines ursprünglichen Lebensraumes ungestört
umherstreifen. Dass die elegante Wildkatze immer stärker
unter Druck gerät, liegt unter anderem am schlecht koordinierten
Naturschutz. Die größte amerikanische Raubkatze ist
in 18 Staaten zu Hause - und die können sich nicht auf ein
gemeinsames Vorgehen zum Schutz der Jaguare einigen.
Das Reich der Wildkatze erstreckte
sich ursprünglich vom Südwesten der USA über Mittelamerika
bis zum Norden Argentiniens. Doch Wilderei und die Zerstörung
natürlicher Lebensräume bedrohen die Existenz des Jaguars.
Zudem besteht bisher kein Konsens, wie dem Tier zu helfen wäre.
"Der Naturschutz orientiert
sich häufig eher an politischen Gren- zen, als an ökologischen",
weiß Eric Sanderson von der Wildlife Conservation Society
in New York. Und: "Die meisten Staaten haben überhaupt
keine Gesetze zum Schutz bedrohter Arten."
Um die internationale Hilfe besser
zu koordinieren, lud die Wildlife Conservation Society (WCS) 35
Fachleute aus zwölf Ländern ins Institut für Ökologie
an der National Autonomous University of Mexico. Zusammen erstellten
sie ein Konzept, das dem Jaguar langfristigen Schutz garantieren
könnte.
Zwar hat die Wildkatze seit dem
Beginn des 20. Jahrhunderts schon über die Hälfte ihres
Lebensraumes in den USA, in Mexico, Brasilien und Argentinien
verloren. Trotzdem rechnen ihr die Experten gute Chancen aus,
in 70 Prozent ihres Territoriums dauerhaft überleben zu können.
Am besten behaupte sich der Jaguar zur Zeit im Amazonas-Becken,
schreiben die Forscher in einem Bericht der Zeitschrift "Conservation
Biology".
Die Fachleute plädieren dafür,
51 Jaguar-Schutzzonen in 16 Ländern festzulegen. Diese Zonen
sollen 30 der 36 Regionen umfassen, in denen Jaguare heute anzutreffen
sind.
Unterstützung zur Rettung
der Wildkatze hat ein Namensvetter zugesagt: Der Automobil-Bauer
Jaguar wird der WCS eine Million US-Dollar zur Verfügung
stellen.
|