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- 24.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Symposium: Stündlich weltweit drei Tier- und Pflanzenarten weniger

Stündlich sterben weltweit drei Arten von Tieren oder Pflanzen aus. Damit verschwinden im Jahr über 27.000 Arten von der Erde. Auf diese Entwicklung haben Teil- nehmer eines Umweltsymposium des ZDF und der Stiftung Euronatur am Donnerstag in Mainz hingewiesen.

Mainz (dpa) - Besonders im Vorfeld des 2. Weltumweltgipfels im August in Johannesburg sei es wichtig, die Bevölkerung in Deutschland über den dramatischen Artenschwund zu infor- mieren, erklärte der Chef von «ZDF.umwelt», Volker Angres.

Besonders erschreckend sei auch der Verlust bei Nutzpflanzen und -tieren, betonte der Präsident der Stiftung Euronatur, Claus-Peter Hutter: «Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind rund 75 Prozent aller Nutzpflanzensorten verschwunden. Waren es früher mehrere Tausend, ernährt sich der Mensch heute nur noch von rund 150.»

Es sei paradox, dass mit der Gentechnik «an der Schöpfung herumgedoktert» werde und neue Arten kreiert würden. Bestens bewährte, an die jeweiligen Regionen angepasste Nutztiere und Pflanzen seien dagegen aus Geschäftemacherei vom Aussterben bedroht.

Auch in Indien sei die Vielfalt von Nutzpflanzen erschreckend zurück gegangen, berichtete Vandana Shiva, international bekannte Globalisierungskritikerin, aus ihrem Land. Die grüne Revolution habe dafür gesorgt, dass von ehemals 10 000 Reissorten heute nur noch zehn genutzt würden.

Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, sprach sich klar für den Erhalt der biologischen Artenvielfalt aus. Nur sie garantiere in der Dritten Welt wirtschaftliche Entwicklung und trage somit zur Selbsterhaltung der gesamten Menschheit bei. Artenvielfalt und kulturelle Vielfalt seien «extrem eng miteinander verbunden».

Mit dem Symposium wollte das ZDF nach Angaben von Angres einen neuen Akzent in Sachen Umwelt setzen, nachdem der Sender im Januar 2001 mit «ZDF.umwelt - Natur» das einzige wöchentliche Umweltmagazin im deutschen Fernsehen gestartet habe.

Die Highlights des Symposiums sollen am 27. Januar in «ZDF.umwelt» zusammengefasst werden.

Am 28. Januar, 19.00 Uhr, wird sich ARTE in einem ebenfalls von der ZDF-Umweltredaktion produzierten 45-minütigen «Umwelt- Special» mit der Rettung bedrohter Wildtiere beschäftigen.


© dpa

Angler Rind: Bedrohte Nutztierart des Jahres 2002

 

 Mehr Informationen:

ZDF.umwelt

Stiftung Euronatur

vista verde: Artenschutz

 

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