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WWF: Kampagne gegen Überfischung
gestartet
Die internationale Umweltschutzorganisation
WWF hat angesichts zahlreicher bedrohter Bestände ein Ende
der Überfischung durch die EU-Flotte gefordert.
Brüssel (dpa) - «Dieser
Fischerei-Wahnsinn gefährdet nicht nur eine unserer wichtigen
Nahrungsgrundlagen, sondern auch die Umwelt und Arbeitsplätze»,
sagte WWF-Experte Christian von Dorrien am Mittwoch in Brüssel
zum Start einer europaweiten Kampagne für eine radikale Reform
der EU-Fischereipolitik.
Nach seinen Angaben sind 40 von
60 Speisefisch-Beständen wie Kabeljau, Seehecht oder Seezunge
im Nordost-Atlantik stark überfischt.
Gleichzeitig subventioniere die
EU die um 40 Prozent zu große Fischereiflotte jährlich
mit 1,4 Milliarden Euro, wovon ein nicht unwesentlicher Teil in
die weitere Vergrößerung der Flotten statt in deren
zwingend notwendigen Abbau investiert werde.
Beifang großes Problem
Ein großes Problem sei
auch der so genannte Beifang, also Fische, die unerwünscht
in die Netze gelangen. Jährlich verenden nach Angaben von
Dorrien auf diese Weise unter anderem 10.000 Schweinswale. «Der
EU-Ministerrat muss die Überfischung beenden, sonst ist die
Fischerei auch bald am Ende», warnte WWF-Generaldirektor
Claude Martin.
Erst im Dezember hatte der EU-Fischereirat
die Fangquoten für 2002 teils drastisch reduziert. Außerdem
könnte sich die Situation in diesem Jahr langfristig zum
Besseren wenden.
Denn dann muss sich der Ministerrat
mit umfassenden Vor- schlägen des zuständigen EU-Kommissars
Franz Fischler zu einer grundlegenden Reform der gemeinsamen Fischereipolitik
befassen.
Diese sieht eine deutliche Flottenreduzierung
um bis zu 40 Prozent vor. Bislang aber stößt dies noch
auf den entschie- denen Widerstand der großen Fischereinationen
Spanien und Frankreich.
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