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- 23.01.2002 -

 

Everglades: Schnelle Rückkehr der Watvögel

Watvögel, die auf Feuchtgebiete in Flusslandschaften angewiesen sind, geben ihren Lebensraum auch nach langen Dürrezeiten nicht auf. Kehrt das Wasser zurück, steigt die Zahl an Watvögeln sprunghaft auf das alte Niveau. Diese Beobachtung machten Vogelforscher
in den Everglades.

(jkm) - Die Grassumpflandschaft der Everglades, dem National- park im Süden Floridas, umfasst rund 12.000 Quadratkilometer. Etwa die Hälfte steht seit 1947 unter Naturschutz.

Der Park leidet allerdings unter Staudamm- und Entwässerungs- projekten in seinem Umland. Bleiben dann noch Regenfälle aus, ist der Sumpf schnell von Dürre bedroht.

Bisher gingen Biologen davon aus, die Dürre könne seltene Watvögel auf Dauer aus den Everglades vertreiben. Aber diese Befürchtung ist wohl unbegründet, schreiben die Vogelforscher Peter Frederick und John Ogden im Magazin "Wetlands".

Die beiden Biologen beobachten die Vogelwelt der Everglades seit über zehn Jahren. Ihr Fazit: Von den Dürrezeiten in den Jahren 1989 bis 1992 konnte sich der Vogelbestand über- raschend schnell erholen.

Beispielhaft nennen die Forscher den Weißen Ibis, den Waldstorch, sowie den Schmuck- und den Dreifarbenreiher. Deren Bestände seien mit dem Ende der Dürre sprunghaft auf das Fünfzehnfache gewachsen.


© ArtToday

Fischender Waldstorch (Mycteria americana) in den Everglades:
Bestände mit dem Ende der Dürre sprunghaft gewachsen.

 
Kleine Fische erlauben schnelles Comeback

Vermutlich verdanken die Vögel ihr Comeback dem schnellen Wachstum kleiner Fische, der Hauptnahrung der Watvögel. Kleine Fische können Trockenzeiten selbst in Tümpeln und Pfützen überstehen.

Ihre großen schwimmenden Fressfeinde brauchen hingegen länger, um sich wieder auf dem alten Stand zu etablieren.
Bis dahin steht den Vögeln mehr Nahrung zur Verfügung.

Ein Blick in die Geschichte der Everglades zeigte den Biologen, dass der Nationalpark in den letzten 38 Jahren acht schwere Dürreperioden zu überstehen hatte.

Der Wechsel zwischen feuchten und trockenen Phasen brachte jeweils starke Schwankungen der Tier-Populationen mit sich. Dieser Rhythmus schadet den Beständen aber langfristig nicht, schätzen die Forscher.


© ArtToday

Vögel der Everglades: Weißer Ibis (Eudocimus albus) und..

 


© ArtToday

... Schmuckreiher
(Egretta thula)

 

 Mehr Informationen:

University of Florida

Society of Wetland Scientists

Artikel im Greenpeace-Magazin

Everglades National Park

 

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