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Laubenvögel: Einfühlsame Aufschneider
Vogelmännchen balzen nicht
immer mit hundertprozen- tigem Einsatz, haben amerikanische Forscher
herausge- funden. Zumindest Laubenvögel sind feinfühlig
genug, ihre Angebetete nicht durch allzu vehementes Auftreten
zu verschrecken.
(jkm) - Laubenvögel (Ptilonorhynchus
violaceus) werben um ein Weibchen, indem sie sich aufplustern,
die Flügel spreizen oder unter lauten Summgeräuschen
umherlaufen. Da die Kämpfe zwischen Männchen nach einem
ähnlichen Muster ablaufen, könnten die Weibchen dieses
Verhalten als Drohgebärde deuten.
Umgekehrt liegt es im Sinne der
weiblichen Vögel, einen mög- lichst stattlichen Verehrer
zu ergattern. Daher sollte es eine Art Verständigung zwischen
den Geschlechtern geben, argumen- tierten Gerald Borgia und seine
Kollegen von der University of Maryland in College Park.
Die Forscher testeten diese Hypothese
mit Hilfe eines Roboters, der in der Attrappe eines weiblichen
Laubenvogels steckte. Dieses Gerät konnte in Nachahmung seiner
Vorbilder den Kopf zur Seite drehen, mit den Flügeln schlagen
oder eine balzbereite Position einnehmen.
Letzteres schien die Männchen
tatsächlich dazu zu ermutigen, ihr Balzverhalten zu intensivieren,
berichtet die Gruppe in "Nature". Und diejenigen Verehrer,
die auf das Verhalten des Roboters besonders empfindlich reagierten,
überforderten auch echte Weibchen nur selten.
Insgesamt waren diejenigen Männchen
am erfolgreichsten, die zwar rücksichtsvoll waren, es aber
dennoch auf eine hohe Balz- intensität brachten, beobachteten
Borgia und seine Kollegen.
Daher glauben sie, dass der Balzerfolg
der männlichen Laubenvögel "sowohl von einem beeindruckenden
Auftreten abhängt als auch von der inneren Fähigkeit,
dieses als Reaktion auf Signale des Weibchens zu modifizieren."
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