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- 11.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Umweltschützer: Schweinswale in der Ostsee stark bedroht

Umweltverbände und Wissenschaftler befürchten ein Aussterben des Schweinswals in der Ostsee.

Jastarnia (dpa) - «Ohne drastische Maßnahmen zur Rettung des Kleinen Tümmlers könnte er schon in 20 Jahren aus der Ostsee verschwunden sein», sagte die Vorsitzende der deutschen Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM), Petra Deimer, am Freitag auf einer Konferenz in Jastarnia (Polen).

Es gebe nur noch knapp 600 der kleinen, bis etwa 1,60 Meter langen Wale mit der stumpfen Schnauze, so eine Schätzung. Tendenz abnehmend.

Um einen Plan zur Rettung des Ostsee-Schweinswals auszuarbeiten, trafen sich von Mittwoch bis Freitag etwa 40 Wissenschaftler, Behördenvertreter, Fischer und Naturschützer in Jastarnia auf der polnischen Halbinsel Hela.

Der Workshop gehört zum Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee, ASCOBANS (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic and North Seas) unter dem Dach der Vereinten Nationen.

Wie historische Dokumente belegen, lebte der Kleine Tümmler einst in weiten Bereichen der Ostsee, während er heute nur noch vor den Küsten Dänemarks, Deutschlands und teilweise vor Schweden und Polen vorkommt. «Anders als im vorigen Jahrhundert hat die Fischerei heute kein Interesse an Schweinswalen, schadet ihnen aber unbeabsichtigt», erläuterte Deimer.

Die genauen Bestandszahlen sind nicht bekannt und werden hochgerechnet. Die Gesellschaft geht aber davon aus, dass weit mehr Tiere im Beifang verenden, als geboren werden.

Eine derart hohe fischereibedingte Sterblichkeitsrate könne der Bestand auf Dauer nicht verkraften, zumal die Tiere zusätzlich unter Umweltgiften litten, sagte Deimer. In der Vergangenheit hätten ihnen vermutlich auch strenge Eiswinter zu schaffen gemacht.

Eine Möglichkeit, Beifänge zu reduzieren, wäre die Umrüstung der Fischerei, erläuterte die Meeresbiologin. Vielversprechende Alternativen wären nach Ansicht von Fischereiwissenschaftlern Fallen wie etwa Fischkörbe statt Stellnetzen und Langleinen statt Treibnetzen.

Die auf der Konferenz anwesenden Fischer äußerten allerdings Bedenken dagegen, berichtete Deimer. Sie erklärten sich lediglich mit weiteren Untersuchungen einverstanden, die die Möglichkeiten der Alternativen klären sollen.

Um mehr über den Kleinen Tümmler in Erfahrung zu bringen und ihn vor dem Aussterben zu bewahren, ist auch die Öffentlichkeit gefragt. Menschen, die lebende oder tote Schweinswale im Meer oder am Strand sichten, sollten sich beim Deutschen Meeresmuseum in Stralsund melden, sagte Deimer.

 

 

 

 

 

Mehr Informationen:

GSM

ASCOBANS

WWF: Rettet die Nordseewale!

Deutsches Meeresmuseum, Stralsund

vista verde: Meeressäuger

 

 

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