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Bienen: Parasitische Verwandte übernehmen
die Kontrolle
Die Kap-Honigbiene verfügt
über raffinierte Techniken zur Unterwanderung fremder Bienenstöcke,
haben britische und südafrikanische Forscher herausgefunden.
(jkm) - Nach dem Eindringen in
eine Kolonie beginnen die parasitären Arbeiterinnen nicht
nur mit der Eiablage. Ihre Eier besitzen auch eine falsche Identität,
so dass das unter- wanderte Bienenvolk sie bereitwillig akzeptiert.
Die Gruppe um Francis Ratnieks
untersuchte Kapbienen (Apis mellifera capensis), nahe Verwandte
unserer heimischen Honigbiene. Diese Bienenrasse richtet im Norden
Südafrikas seit etwa zehn Jahren große Schäden
an, indem sie Kolonien anderer Bienenrassen infiltriert und abtötet.
Auf welche Weise einzelne Parasiten eine ganzes Bienenvolk übernehmen
können, war jedoch unklar.
Die Forscher schmuggelten einige
junge Arbeiterinnen der Kapbiene in fremde Bienenstöcke ein.
Binnen weniger Tage aktivierten alle Eindringlinge ihre Eierstöcke
und begannen mit der Eiablage, schreiben Ratnieks und seine Kollegen
in "Nature". Dabei handelte es sich um Eier mit einem
doppelten Chromoso- mensatz, wie sie sonst nur von befruchteten
Königinnen gelegt werden.
Und noch eine Eigenschaft machte
diese Eier bemerkenswert. Normalerweise werden in einem Bienenvolk
mit einer Königin nämlich sämtliche Eier ausgemerzt,
die nicht von der Königin, sondern von "fehlgeleiteten"
Arbeiterinnen stammen.
Anscheinend wissen die Kapbienen
aber sehr genau, wie man Eier "adelt": Ihre Nachkommenschaft
wurde ebenso wenig angetastet wie die Eier der eigentlichen Königin.
Die Kapbienen-Arbeiterinnen "pflanzen
sich nicht nur fort, sie vermehren sich auch", schreiben
Ratnieks und seine Kollegen. Auf diese Weise tummeln sich immer
mehr Kapbienen in der fremden Kolonie, bis diese am Ende zu Grunde
geht.
"Dieser Parasitismus ist
analog zu Krebs", so die Forscher, "er wird von sich
selbst vermehrenden Einheiten der gleichen Spezies ausgeübt,
die nicht auf die normalen Kontrollmechanis- men ansprechen und
schließlich das Kollektiv übernehmen."
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