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Forschung oder Jagd? Walbeobachtung per
Satellit
Norwegen, Grönland und
Japan wollen nicht auf den Walfang verzichten. Eine japanische
Raumfahrt-Meldung hat deshalb Naturschützer alarmiert: Im
Herbst soll ein Satellit in den Weltraum geschossen werden, der
sich der Walbeobachtung widmet - zu rein wissenschaftlichen Zwecken,
sagen die Japaner.
(jkm) - Rund zwei Jahre lang soll
der Beobachtungssatellit aus 800 Kilometern Höhe den Pazifischen
Ozean nach den Meeressäugern absuchen. Um die Routen der
Wale verfolgen zu können, sollen einzelne Tiere mit Sendern
"verwanzt" werden. Dann ließen sich ganze Herden
per GPS-Navigationssystem aufspüren, hofft die japanische
Raumfahrtagentur NASDA. Offiziell handelt es sich um einen wissenschaftlichen
Versuch zur Erprobung der Technik.
Doch auch der japanische Walfang
findet seit Mitte der 80er Jahre offiziell aus "wissenschaftlichen
Gründen" statt. Diese Formulierung ist notwendig, um
von der Internationale Walfangkommission IWC eine Jagd-Genehmigung
zu bekommen. Der offen kommerzielle Walfang ist seit 1986 verboten.
Unter dem Deckmantel der Forschungstätigkeit
dürfen japanische Fischer jährlich bis zu 440 Zwergwale
(Balaenoptera acutorostrata) in der Antarktis erlegen. Eine zusätzliche
Fangerlaubnis über weitere 100 Tiere hat das Land für
eine "Studie" im Nordpazifik erhalten.
Ob die Jagd den Bestand der Säuger
gefährdet, ist unter Fachleuten umstritten. Nach japanischer
Auffassung könnten jährlich bis zu 2.000 Zwergwale erlegt
werden, ohne ihre Existenz aufs Spiel zu setzen.
Die Zwergwal-Bestände können
derzeit allerdings nur geschätzt werden. Auch ihre Wanderungen
über den Pazifischen Ozean sind nur teilweise bekannt. Hier
könnte der Satellit Informationen liefern - für Forscher
und Walfänger.
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