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Tierschutzorganisation: Keine bedrohten
Tiere auf Rezept
Millionen Wildtiere werden
nach Angaben von Tier- schützern jedes Jahr in China zu Pulvern,
Salben und Tinkturen für die so genannte Traditionelle Chinesische
Medizin (TCM) verarbeitet.
München (dpa) - Auch in Deutschland
lassen sich immer mehr Menschen mit TCM-Produkten behandeln. «Die
meisten Patienten wissen dabei nicht, dass in den importierten
Arzneien bedrohte Wildtiere enthalten sein können»,
sagte am Dienstag in München Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation
Pro Wildlife.
Die Traditionelle Chinesische
Medizin boome zunehmend in Europa. Während Anwendungen wie
Akupunktur und Massagen aus Artenschutzsicht unbedenklich seien,
gelte dies nicht für Präparate, die Teile von Wildtieren
enthalten, da durch die explosionsartig angestiegene Nachfrage
immer mehr Arten an den Rand der Ausrottung geraten.
Prominentestes Beispiel sei der
Tiger, dessen Körperteile in ostasiatischen Apotheken horrende
Preise erzielen. Doch auch das Überleben anderer Wildtiere,
darunter Schildkröten, Schlangen, Schuppentiere, Seepferdchen
und Antilopen, werde zunehmend gefährdet.
Die Aufklärung von Patienten
und Ärzten sei deshalb eine wesentliche Ergänzung zu
gesetzlichen Artenschutzmaßnahmen. Die Münchner Organisation
kämpft gegen die Plünderung von Wildtierbeständen
für asiatische Apotheken. Auf ihre Initiative sollen bereits
neun bedrohte Schildkröten weltweit unter Schutz gestellt
worden sein.
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