25 Jahre Bonner Konvention - CMS - Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten

"Natur ohne Grenzen" – Die Bonner Konvention

Die Bonner Konvention für wandernde Tierarten besteht am 23. Juni 2004 exakt 25 Jahre. Sie dient dazu, wandernde Arten, die mit vielen "verlorenen Paradiesen" dieser Welt vernetzt sind, mit ihren Lebensräumen zu erhalten. Die Konvention verkörpert hervorragend den klassischen Naturschutzgedanken. Ihr gehören 85 Vertragsstaaten an.

Die Bedeutung wandernder Tierarten

Von den weltweit 1,5 Mio erfassten Tierarten zählen zwischen 8.000 und 10.000 zu den wandernden Arten. Das Spektrum reicht von Antilopen bis hin zu Walen, Elefanten, Fledermäusen, Vögeln und Fischen. Sogar Insekten wie der Monarchfalter legen enorme Distanzen zurück.

Wandernde Tierarten sind wesentliche Bestandteile des Ökosystems, das alles Leben auf der Erde ermöglicht. Sie tragen zur Struktur und Funktionsweise bei, indem sie Pflanzen bestäuben und Samen in andere Gebiete tragen. Sie dienen anderen Tieren als Nahrung und regulieren die Anzahl der Tierarten. Wandernde Tierarten können sehr wirksame Indikatoren für Umweltveränderungen sein, die sich letztendlich auf uns alle auswirken.

Sowohl lokal als auch global spielen sie in der Wirtschaft eine wichtige Rolle, etwa beim Jagen und Fischen, sei es aus kommerziellen Motiven, in der Freizeit oder aus Eigenbedarf. Sie sorgen für Nahrung und Einkommen. Jüngst sind wandernde Tierarten zu besonderen Attraktionen für Ökotouristen geworden, wie Vogel und Walbeobachter.

Außerdem wird wandernden Tierarten eine große Bedeutung in zahlreichen Kulturen zuteil - in Legenden, Geschichten, religiösen Anschauungen, der Medizin und bei traditionellen Bräuchen. Selbst in unserem Zeitempfinden und Erleben der Jahreszeiten spielen sie eine große Rolle.

Tödliche Gefahren für wandernde Tierarten

Oft lasten schwere, von Menschen verursachte Bedrohungen auf wandernden Tierarten und ihren Lebensräumen. Beifang in der Fischerei sowie nicht nachhaltige Jagd- und Fischereipraktiken kosten Tausenden von Tieren das Leben. Die Zerstörung von Feuchtgebieten, Wäldern und Wiesen entzieht ihnen die Grundlage für lebensnotwendige Nahrung und Lebensräume. Künstliche Barrieren wie Dämme, Zäune, Stromleitungen und Windkraftanlagen können das Wanderverhalten stören und eine hohe Sterblichkeit verursachen.

Das Eindringen nicht heimischer Arten in andere Lebensräume und die negativen Auswirkungen industrieller und landwirtschaftlicher Schadstoffe bergen weitere Risiken. Zwar werden die möglicherweise erheblichen Auswirkungen des Klimawandels gerade erst erfasst, aber eine Störung des Wanderverhaltens ist jetzt schon abzusehen. Vögel sind außerdem der Gefahr ausgesetzt durch Starkstromleitungen getötet oder verletzt zu werden. Daher sind viele wandernde Tierarten vom Aussterben bedroht.

Eine globale Plattform für Zusammenarbeit

Als Umweltabkommen unter der Ägide der Vereinten Nationen bietet das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS) eine globale Plattform für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Arten und ihrer Lebensräume. Die Konvention führt die Staaten zusammen, welche die Tiere auf ihrer Wanderung durchqueren, die Arealstaaten, und stellt die rechtlichen Grundlagen für Erhaltungsmaßnahmen entlang ihrer Migrationsrouten.

Die Erhaltung der bedrohtesten Arten

Wandernde Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, werden auf Anhang I der Konvention aufgeführt. Die Vertragsstaaten streben einen strengen Schutz dieser Tiere sowie den Erhalt und die Wiederherstellung ihrer Lebensräume an. Sie bemühen sich, Hindernisse für die Wanderungen zu beseitigen und andere Risikofaktoren zu reduzieren. Dies sind Auflagen für jeden Vertragsstaat. Darüber hinaus fördert CMS gemeinsame Maßnahmen der Arealstaaten für viele dieser Tierarten.

Massgeschneiderte globale und regionale Lösungen

Wandernde Tierarten, für deren Erhalt internationale Zusammenarbeit erforderlich ist, oder Arten, die maßgeblich davon profitieren würden, sind auf Anhang II der Konvention aufgeführt. Zu diesem Zweck ermutigt die Konvention die Arealstaaten, globale oder regionale Abkommen abzuschließen.

In diesem Sinne dient die Konvention als Rahmenkonvention. Bei den Abkommen handelt es sich um rechtlich bindende Verträge oder um weniger formale Instrumente wie Verwaltungsabkommen, die den Erfordernissen bestimmter Regionen angepasst werden können. Diese Entwicklung von maßgeschneiderten Modellen unter Berücksichtigung der Erhaltungsbedürfnisse entlang der Migrationsrouten ist eine einmalige Eigenschaft von CMS. Grundlage aller Abkommen sind konkrete Nutzungs- und Erhaltungspläne.

Seit 1990 wurden unter der Leitung von CMS mehr als ein Dutzend internationaler Abkommen für Fledermäuse, Vögel, Hirsche, Delphine, Wale, Meeresschildkröten und Seehunde geschlossen.

25 Jahre Bonner Konvention: Jubiläumsfeiern

Im Zeitraum um den Jahrestag am 23. Juni finden verschiedene Feierlichkeiten statt.

Mit einem Festakt im Haus der Commerzbank am Brandenburger Tor sollen die Leistungen der Konvention unter dem Motto "Natur ohne Grenzen" gewürdigt werden.

Am 22. und 23.6. wird auf einem Jubiläumssymposium im Hause der TUI (Berlin, Unter den Linden) die Bonner Konvention unter fachlichen Gesichtspunkten beleuchtet werden. Veranstalter des Symposiums ist das Museum König, Bonn.

Am 22. Juni findet in Potsdam eine Veranstaltung mit 300 Schulkindern zum Jubiläum statt. Veranstalter ist die Naturschutzjugend im NABU Deutschland (NAJU) in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium.

25 Jahre Bonner Konvention: Die Jubiläumsfeiern

 Links und Dokumente:

CMS - Convention on Migratory Species - Website der Bonner Konvention

25 Years of Journeys - Jubiläumsbulletin zur Bonner Konvention (engl.; 3,2 MB; pdf)

Originaltext der Konvention (pdf)

Broschüre über die Bonner Konvention (pdf)

Informationen des Bundesumwelt- ministeriums zur Bonner Konvention

Broschüre des Umweltministeriums zur Bonner Konvention

GROMS - Global Register of Migratory Species

 

 Presse:

Informationen für Journalisten

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